«OUT IN THE GREEN GARDEN»: Aussprache endet ohne konkrete Lösungen

Die Organisatoren des "Out in the Green Garden" und die Stadt Frauenfeld haben sich am Donnerstagabend im Kulturlokal Kaff zu einer Aussprache getroffen. Bei der Diskussion mit Stadtpräsident Anders Stokholm wurden die verschiedenen Standpunkte verteidigt, aber auch Zugeständnisse gemacht. Beide Parteien sind zuversichtlich für eine zukünftige Lösung.

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Frauenfelds Stadtpräsident Anders Stokholm hört sich während der Aussprache die Argumente der Organisatoren des "Out in the Green Gardens" an. (Bild: Andrea Stalder)

Frauenfelds Stadtpräsident Anders Stokholm hört sich während der Aussprache die Argumente der Organisatoren des "Out in the Green Gardens" an. (Bild: Andrea Stalder)

Dass es 2017 in Frauenfeld keine Austragung des "Out in the Green Garden"-Festivals geben wird, ist Fakt. Dennoch sind sich die Parteien, einerseits das OK des Festivals und andererseits die Stadt Frauenfeld im Namen des Stadtpräsidenten Anders Stokholm und des Kulturbeauftragten Christof Stillhard, am Donnerstagabend näher gekommen. Vor rund 50 interessierten Gästen diskutierten sie im Kulturlokal Kaff über eine mögliche Zukunft des Freiluftfestivals und dessen allfälligen Standort. 
 
Denn die Austragung im vergangenen August erstmals im Murg-Auen-Park und mit mehr als 3000 Besucher hat nicht nur in den Augen der Stadt den Bogen überspannt. Nachdem sich Anwohner wegen Lärms zur Wehr setzten, passte der Frauenfelder Stadtrat die Regeln zur Bewilligung von Sonderveranstaltungen im Murg-Auen-Park an. So dürfen neu zum Beispiel nur noch maximal 1000 Besucher an einer dortigen Grossveranstaltung teilnehmen oder die Auf- und Abbauphasen dürfen jeweils die Dauer von drei Tagen nicht überschreiten. Dies veranlasste wiederum das Festival-OK dazu, die Durchführung für 2017 abzusagen. Der Vorwurf: Der Stadtrat ist nicht auf vorgeschlagene Mindestanforderungen für die Durchführung des Festivals im Murg-Auen-Park eingegangen.
 
Neue Regeln des Stadtrates als zukünftigen Spielraum
 
Dem widerspricht Anders Stokholm, obwohl er die Gespräche als konstruktiv bezeichnet. "Der Stadtrat will nichts verunmöglichen", sagte er. Im Gegenteil begrüsse er sogar gut organisierte Veranstaltungen, wie das "Out in the Green Garden", und der Stadtrat biete Hand zu Lösungen. In der ursprünglichen Botschaft des 2015 eröffneten Naherholungsgebiets stehe jedoch, dass der Naturpark für kleinere Veranstaltungen zur Verfügung stehen könnte. Aufgrund der Bodenbelastung beim Festival 2016 sei aber die Kapazitätsgrenze für den Murg-Auen-Park erreicht worden, so dass neue Rahmenbedingungen in Form von Leitlinien gemacht worden seien. «Mit dem Lärm oder besser gesagt mit der Musik hat das überhaupt nichts zu tun», ergänzte Stokholm. Das wiederum sei alleine von den Spielzeiten abhängig.
 
Bei Veranstaltungen generell gehe es immer um eine Abwägung zwischen den Anwohnern und deren Ruhebedürfnis sowie dem Anlass und dem öffentlichen Interesse, meinte Stokholm. Vom Vorschlag für die städtische Unterstützung beim Auf- oder Abbau hielten die Zuhörer nichts. "Wir möchten etwas eigenes, nichts kommerzielles, was wir selber realisieren können", sagte ein Festival-Befürworter. "Sie gewichten die Meinungen von wenigen Anwohnern gegen diejenigen von über 3000 Festivalbesuchern", sagte ein anderer. Stokholm pflichtete ihnen bei, fand aber auch deutliche Worte: "Das Umweltschutzgesetz oder die Lärmschutzverordnung sind unsere Fesseln, an denen wir uns orientieren müssen." Wichtig sei, dass nicht ein Reglement über sämtliche Veranstaltungen in der ganzen Stadt entscheide. "Wir lassen mit den Leitlinien den Spielraum auch für das "Out in the Green Garden" offen", betonte Stokholm. 
 
Nebst einem Standortwechsel in die Grosse Allmend wurden auch über die Vorgehensweise und die "teils unglückliche und ungenügende" Kommunikation diskutiert. Klar ist, das "Out in the Green Garden" soll ab 2018 im ähnlichen Rahmen wie 2016 weitergeführt werden, und das möglichst innerhalb des Stadtgebiets. "2017 gibt es aber definitiv keine Austragung", stellte das OK noch einmal klar. Für eine zukünftige Lösung sind aber beide Parteien zuversichtlich. (sko)