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Ostschweizer Spitäler sind gewappnet für die Fallpauschalen

Die Spitalverantwortlichen in der Ostschweiz haben ihre Aufgaben gemacht: Sie sind für die neue Spitalfinanzierung über Fallpauschalen (DRG) gerüstet, so ihre eigene Einschätzung. Die Verträge mit den Versicherern sind fast überall unter Dach.
Markus Löliger
Medizinische Eingriffe werden neu über Fallpauschalen abgerechnet. (Bild: ky/Jean-Christophe Bott)

Medizinische Eingriffe werden neu über Fallpauschalen abgerechnet. (Bild: ky/Jean-Christophe Bott)

Daniel Germann, CEO des Kantonsspitals St. Gallen, geht davon aus, dass dank guter Vorarbeit auf die neue Spitalfinanzierung über Fallpauschalen (DRG) alles seinen gewohnten Gang nimmt. Allerdings sagt auch er: «Mit DRG ist der Aufwand etwas grösser, weil Codierungen nötig sind, um die Fälle der richtigen Gruppierung zuordnen zu können. Das braucht zusätzliche Leute.» Er gewinnt den Fallpauschalen aber auch Positives ab: «DRG ist grundsätzlich etwas Gutes, weil damit die Fälle besser abgebildet werden und nach einiger Erfahrung Vergleiche möglich werden.»

Keine Einigung mit Tarifsuisse

Die Vorbereitung des Wechsels dauerte im Kantonsspital zwei Jahre. Mit einer Schattenrechnung wurde eruiert, was sich mit der Einführung der Fallpauschalen in den Rechnungen des Kantonsspitals ändern könnte. Zudem wurde die professionelle Handhabung der Codierung geübt. Damit wollte man Überraschungen vorbeugen, wie Daniel Germann festhält. Finanziell erwartet er lediglich geringe Abweichungen.

Der grösste Unsicherheitsfaktor ist der Umstand, dass mit Tarifsuisse, die fünfzig Krankenversicherer vertritt, keine Fallpauschalen vereinbart werden konnten. Für die daraus entstehende Tarifunsicherheit hat das Kantonsspital zehn Millionen Franken als Risiko ins Budget aufgenommen.

Weiter verhandeln

Es sei zwar «unschön», dass es nicht gelungen sei, überall Tarife zu vereinbaren, sagt Heidi Hanselmann, Regierungsrätin und Gesundheitschefin des Kantons St. Gallen. Das könne zu Überraschungen führen.

Nach dem Nein von Tarifsuisse laufe jetzt ein Festsetzungsverfahren, in dessen Verlauf auch der Preisüberwacher eingeschaltet werde. Gegen den von der Regierung festgesetzten Tarif könne anschliessend Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht werden, erklärt Hanselmann den Ablauf der Tariffestsetzung. Die Gesundheitschefin sieht dem Verfahren gelassen entgegen: «Für den Kanton St. Gallen ist es nicht das erste Mal, dass Tarife festgesetzt werden müssen.» Das Gesundheitsdepartement hat auf Antrag des Kantonsspitals St. Gallen vorerst einen Arbeitstarif festgelegt.

Mit Helsana, Sanitas und KPT konnte der Tarifvertrag für das Kantonsspital rechtzeitig unter Dach gebracht werden.

Regionalspitäler sind bereit

Die regionalen Spitäler im Kanton St. Gallen konnten mit beiden Tarifpartnern die Fallpauschalen definitiv aushandeln, wie Stefan Lichtensteiger, CEO der Spitalregion 2, stellvertretend für alle Regionalspitäler nicht ohne Stolz vermerkt. Hier gibt es also keine Unsicherheit, weder für die Spitäler noch für die Patienten als Prämienzahler.

Zudem seien die regionalen Spitäler und Spitalregionen gerüstet für das neue System, sagt Lichtensteiger: «Wir haben die wichtige Codierung zeitgerecht vorbereitet und genügend Personal instruiert. Zudem haben wir eine Kostenträgerrechnung als Basis eingeführt.» Der CEO erwartet aber weder die Einstellung von zusätzlichem Personal noch einen Anstieg der Kosten durch DRG.

Aufenthalte werden kürzer

Von lediglich minimen Änderungen geht Stefan Lichtensteiger bei der Aufenthaltsdauer aus, «weil wir bereits jetzt mit durchschnittlich 6,2 Tagen sehr tief liegen». Die Aufenthaltsdauern in den Spitälern sinken seit Jahren kontinuierlich. Auch der CEO des Kantonsspitals, Daniel Germann, erwartet «keine Akzentuierung bei den Aufenthaltsdauern». Die Tendenz werde aber wohl weitergehen. Die aktuelle durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist im Kantonsspital mit seiner Zentrumsfunktion für die ganze Ostschweiz mit 7,6 Tagen etwas höher als in den regionalen Akutspitälern.

Alle Verantwortlichen sagen klar: «Die Behandlungsqualität und die Versorgungssicherheit haben weiterhin höchste Priorität. Die Finanzierung kommt erst an zweiter Stelle.» Kostenfragen sollen also medizinische und pflegerische Entscheide nicht beeinflussen. Die Leistungen sollen aber wirtschaftlich erbracht werden.

Thurgau ist bereit

Genauso sieht das Marc Kohler, CEO der Spital Thurgau AG. Für ihn «steht ausser Frage, dass die Qualität der Behandlung oberste Maxime bleibt.» Zudem sei der Kanton Thurgau ebenfalls gut gerüstet für die neue Spitalfinanzierung mittels Fallpauschalen, sagt Kohler. Es seien mit allen wesentlichen Krankenversicherern Tarife abgeschlossen worden.

Erste Rechnungen gingen aber frühestens Mitte Februar an die Patientinnen und Patienten, weil der Bundesrat noch wichtige Details über die Weitergabe von Patientendaten regeln müsse.

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