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Ostschweizer Luchs für Österreich

Wilderer haben im österreichischen Nationalpark Kalkalpen alle männlichen Luchse erlegt. Nun soll Ersatz aus der Ostschweiz her. Schweizer Naturschützer hoffen, dass der Park sein Problem in den Griff bekommt.
Martin Rechsteiner

Der Luchs hat es nicht leicht in Österreich. Wilderer machen ihm das Leben schwer. Immer wieder werden Tiere tot gefunden oder sie verschwinden – etwa in die Tiefkühltruhe eines Präparators, wie kürzlich bekannt wurde. Der Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich muss nun um seine Luchse bangen. Im Bestand herrscht akuter Männermangel. Alle männlichen Tiere, die für das Wiederansiedlungsprogramm im Park ausgesetzt worden waren, sind vermutlich illegal geschossen worden. Um seine Luchspopulation zu retten, sucht der Park dringend Luchs-Männchen. Die Ostschweiz soll Abhilfe schaffen.

Ostschweizer Erfolgsgeschichte

In der Schweiz ist es um den Luchs vergleichsweise gut bestellt. Nachdem die Wildkatze im 19. Jahrhundert zwar ausgerottet worden war, starteten vor gut 40 Jahren nationale Wiederansiedlungsprogramme, später auch in der Ostschweiz. Im Rahmen des Projekts «Luno» ist es zwischen 2001 bis 2008 gelungen, in der Nordostschweiz dauerhaft Luchse anzusiedeln.

«Die Luchs-Ansiedelung hat in der Schweiz so gut geklappt, dass der Wegfang von einzelnen Tieren für die Umsiedlung ins Ausland gut möglich ist», sagt Reinhard Schnidrig, Sektionschef Wildtiere und Waldbiodiversität beim Bundesamt für Umwelt (Bafu). Er hat auf Bitten der Österreicher einen Deal eingefädelt: «Wir fangen das Luchs-Männchen, die Österreicher kommen es holen und kümmern sich um den Transport», sagt er. «Das Projekt ist mit allen betroffenen Kantonen besprochen worden. Und die Naturschutzorganisationen sind informiert über unsere Möglichkeit, Tiere für Umsiedlungen einzufangen.»

So steht auch der WWF der Umsiedlung von Luchsen grundsätzlich positiv gegenüber, «denn es hilft, die Art im gesamten Alpenbogen zu unterstützen», wie Mediensprecherin Martina Lippuner erklärte.

Zwei Fallen aufgestellt

Pro Natura begrüsst das Projekt des Bafu ebenfalls. «Wir beobachten das Vorgehen so gut wie möglich und verlassen uns auf das Bafu, dass alles mit rechten Dingen zugeht», sagt Mirjam Ballmer, Verantwortliche für den Luchs bei Pro Natura. Damit verbunden sei jedoch auch das Vertrauen in die österreichischen Behörden, der Wilderei so gut es gehe Einhalt zu bieten. Zuerst einmal muss das Schweizer Luchs-Männchen aber gefangen werden. Dafür ist die Raubtier-Forschungsgruppe Kora zuständig. Im Visier hat sie primär die Ostschweiz. «Wir haben zwei Luchs-Fallen aufgestellt. Eine im Toggenburg und eine im Linthgebiet bei Schänis», sagt der Kora-Luchsexperte Andreas Ryser. Denn Ostschweizer Luchse seien für Österreich am idealsten. «Wir hatten bereits einmal ein Luchs-Pärchen aus dem Jura in den Österreicher Nationalpark Kalkalpen geliefert. Wegen der genetischen Vielfalt sollte es diesmal ein Exemplar aus einer Ostschweizer Population sein.»

Auch Reinhard Schnidrig vom Bafu hofft, dass in der Ostschweiz eine Falle zuschnappt. «Fangen wir das Tier im Osten, hat es einen weniger langen Transportweg bis nach Österreich zu ertragen.» Zudem müsse der Luchs vor der Übersiedlung eine Woche in Quarantäne, und diese sei im nahe liegenden Rheintal möglich. Bis Ende März haben die Verantwortlichen noch Zeit, ein Luchsmännchen zu fangen, danach endet die Paarungszeit. «Dass wir Tiere zur Wiederansiedelung in benachbarte Länder abgeben, kommt hie und da vor», sagt Schnidrig. Die Schweiz sei ein beliebtes Export-Land für Luchse.

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