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OSTERN: Alles bereit zum Eiertütschis

Hans-Jakob Dätwyler produziert auf seinem Hof in Oberwangen bunte Ostereier. Dabei passt sich der Geflügelfarmer stets der Nachfrage an.
Rossella Blattmann
Alles so schön bunt hier: Die noch warmen, hart gekochten Eier werden von Hand gefärbt. (Bilder: Andrea Stalder)

Alles so schön bunt hier: Die noch warmen, hart gekochten Eier werden von Hand gefärbt. (Bilder: Andrea Stalder)

Rossella Blattmann

rossella.blattmann@thurgauerzeitung.ch

«Kommen Sie! Ich zeige Ihnen gleich, wo die Eier gefärbt werden», das sagt Hans-Jakob Dätwyler (60) zur Journalistin. Er steht auf dem schlammigen Weg zwischen Hofladen und Hühnerstall. Es ist kühl, und in Oberwangen, nahe des Klosters Fischingen fällt Nieselregen. Doch das Gelb, Pink und Blau der Ostereier heben sogleich die Laune.

Noch warm in die frische Farbe

Im Eierfärberaum werden die Eier in einem speziellen Ofen gekocht. «Je nach Grösse dauert das sieben bis zwölf Minuten», informiert Dätwyler. Sobald die Eier fertig gekocht sind, werden sie in die Farbe getaucht. Es ist wichtig, dass die Eier noch warm sind. Nur bei warmen Eiern seien die Poren der Schale gross genug, um die Farbe aufzunehmen und schnell an der Luft trocknen zu können. Bis etwa eine Woche nach Ostern würden sie Ostereier in sechs verschiedenen Farben herstellen, sagt der Geflügelfarmer. «Damit auch an den Orthodoxen Ostern genügend gefärbte Eier da sind.»

Hans-Jakob Dätwyler kaufte den Geflügelhof in Oberwangen vor 28 Jahren. Davor hat er im Aargau als Geflügelfarmleiter gearbeitet. Doch mit der Zeit regte sich der Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit. «Ich wollte selber etwas kaufen», sagt er. Seit Januar 1990 führt er mit seiner Ehefrau den Familienbetrieb im Hinterthurgau.

Das Karfreitags-Ei soll Glück bringen

Zum Betrieb gehört auch ein Hofladen. «Wir verkaufen Teigwaren und Eierlikör aus Kleineiern», erzählt Dätwyler. Für kleine Eier, die leichter als 53 Gramm seien, bestehe keine Nachfrage. «Heute will niemand mehr Kleineier kaufen. Es muss immer mehr, und immer grösser sein», bedauert er. Dabei gebe es zwischen kleinen und grossen Eiern qualitativ und geschmacklich überhaupt keinen Unterschied.

«An Karfreitag läuft es wie verrückt», sagt Dätwyler. «Die Leute wollen ihr Karfreitags-Ei.» Man sage, dass am Karfreitag gelegte Eier Glück bringen und speziell gut für die Gesundheit seien. Es gebe Menschen, die grosse Mengen an Karfreitags-Eiern kaufen und lagern, um über längere Zeit hinweg täglich ein Ei zu trinken, um von der besonderen Wirkung profitieren zu können. Dätwyler scheint skeptisch, während er von dem mysteriösen Brauch erzählt. Früher habe er gedacht, das Karfreitags-Ei sei doch nur Hokuspokus. Doch nach all den Jahren sei er sich da nicht mehr so sicher. Vielleicht bringe das Karfreitags-Ei ja doch Glück, meint er.

Ostern im Kreis der Familie

Diesen Sommer findet in Russland vom 14. Juni bis 15. Juli die Fussballweltmeisterschaft statt. Mit dabei: die Kicker der Schweizer Fussballnationalmannschaft. Dafür hat sich der Geflügelhof Dätwyler etwas einfallen lassen. «Für die Fussball-Weltmeisterschaft werden wir exklusiv auch rote Eier färben.» Ohne weisses Schweizer Kreuz, weil: «Wir färben alle unsere Eier ausschliesslich von Hand.» Ohne die entsprechenden Gerätschaften sei es nicht möglich, fügt er hinzu.

Auch wenn auf seinem Geflügelhof sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr, Betrieb ist: Hans-Jakob Dätwyler wird Ostern feiern. «An Karfreitag kocht meine Frau sicher einen feinen Fisch», sagt er. Am Karsamstag müsse dann die Produktion für die Zeit nach Ostern raus. Am Ostersonntag werde es wieder viel zu tun geben. Doch die Zeit, um mit seiner Frau, seinen zwei Kindern und den beiden Grosskindern zu feiern, die wird sich Dätwyler an diesem Tag nehmen. Schliesslich müsse man die Feste feiern, wie sie fallen.

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