Oropax und Augenklappen gegen Nudisten

Gross ist der Aufschrei bei Lärmbelästigungen. Noch grösser ist er, wenn Angehörige der Armee während der Nachtruhe alkoholisiert grölen, herumjohlen und sich offenbar mit «homosexuellen Spielen» vergnügen.

Samuel Koch
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Gross ist der Aufschrei bei Lärmbelästigungen. Noch grösser ist er, wenn Angehörige der Armee während der Nachtruhe alkoholisiert grölen, herumjohlen und sich offenbar mit «homosexuellen Spielen» vergnügen. Und am grössten ist die Empörung, wenn diese zwar nach Klagen von Anwohnern reagieren, aber nicht mit Mässigung des Lärmpegels, sondern mit schwingenden Genitalien und nackten Hintern aus dem Fenster der Stadtkaserne Frauenfeld.

Das Waffenplatzkommando Frauenfeld hat sofort eine interne Untersuchung angesetzt, obwohl sich die Suche nach den Unruhestiftern und Nudisten ob der vielen Fenster in Richtung Kasernenstrasse offenbar erschwerte. Die Militärjustiz hat ermittelt und ist zum Schluss gekommen, dass zwar Alkohol und laute Musik im Spiel waren, die Militärler aber lediglich «spielerisch miteinander gerangelt haben». Die Höchststrafen dafür reichen von 500-Franken-Bussen bis zehn Tage im Bunker. Die Führung der Armee hat sich längst bei den Anwohnern entschuldigt, die Sache scheint also gegessen.

Jetzt bleibt nur noch der Hinweis an Frauenfelds Bevölkerung: Rüste sich aus, wer kann und lege sich spätestens ab 2021 mit Oropax und Augenklappe zu Bett. Bis dahin investiert die Armee in Frauenfeld rund 270 Millionen Franken und verdreifacht ihr Soldatenkontingent.