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Orange-Mobilfunkantenne: Sirnach weist Baugesuch ab

SIRNACH. Die Baufachkommission der Gemeinde Sirnach heisst 161 Einsprachen gegen eine geplante Antenne des Mobilfunkanbieters Orange an der Fischingerstrasse gut.
Philipp Haag
Die Baufachkommission gibt keine Bewilligung für den Bau der Mobilfunkantenne neben den Einfamilienhäusern in Sirnach. (Bild: Mario Testa)

Die Baufachkommission gibt keine Bewilligung für den Bau der Mobilfunkantenne neben den Einfamilienhäusern in Sirnach. (Bild: Mario Testa)

Eine Überraschung war es, eine überaus freudige, als Nadine Betschart Meza Sanchez gestern morgen das Couvert der Gemeinde Sirnach öffnete: Die Baufachkommission heisst die 161 Einsprachen gegen eine geplante Mobilfunkantenne von Orange gut und weist das Baugesuch des Mobilfunkanbieters ab. Die Antenne wäre unmittelbar neben dem Haus von Nadine Betschart Meza Sanchez an der Fischingerstrasse erstellt worden.

Weil sie gesundheitliche Schäden sowie eine Wertminderung ihrer Liegenschaft befürchtete, setzte sie sich im letzten Herbst mit Nachbarn an die Spitze einer Oppositionsgruppierung aus dem Quartier, die innerhalb weniger Tage knapp 200 Unterschriften für eine Sammeleinsprache gegen das Bauprojekt zusammenbrachte und diese der Politischen Gemeinde übergab. Ausserdem gingen auf der Gemeindeverwaltung weitere 160 Einzeleinsprachen gegen das Bauvorhaben ein.

Nicht zonenkonform

Es sind im wesentlichen zwei Gründe, welche die Baufachkommission gemäss Gemeindeammann Kurt Baumann veranlasste, die Einsprachen gutzuheissen und das Baugesuch des Mobilfunkanbieters, welcher die vorgeschriebenen Strahlengrenzwerte einhält, abzuweisen: Das Baugesuch ist nicht zonenkonform und verletzt die Vorschriften über den Natur- und Heimatschutz.

So heisst es in der Begründung: Der Hauptzweck der Mobilfunkantenne bestehe nicht darin, die nahegelegene Bauzone mit Mobilfunk zu versorgen, sondern sie solle die unmittelbar daran vorbei führende SBB-Linie in beide Richtungen und die Autobahn A1 in Richtung Winterthur abdecken. Die Sendeanlage decke somit höchstens zu einem untergeordneten Teil das Gemeindegebiet ab. Unter diesen Umständen sei die Anlage gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht zonenkonform und das Baugesuch abzuweisen.

Stört das Ortsbild

Beim zweiten, entscheidenden Punkt steht geschrieben, dass neben der Zonenkonformität auch alle übrigen Anforderungen des kantonalen und des Bundesrechts eingehalten werden müssten. Die Antenne, welche in der Wohn-/Gewerbezone WG 3 gebaut werden soll, grenzt an eine Ortsbildschutzzone und an eine Landschaftsschutzzone. Auf Grund ihrer Höhe – 22 Meter – würde die Antenne das Ortsbild entlang der Fischingerstrasse wie auch die südöstlich gelegene Landschaftsschutzzone erheblich beeinträchtigen und massiv stören.

«Dies umso mehr, weil der Wanderweg durch das Bachtöbeli beim Mast endet», fügt Baumann an. In diesem Fall überwiege das öffentliche Interesse zum Schutz des Ortsbildes wie auch des Landschaftsbildes das Interesse der Gesuchstellerin. Die Mobilfunkantenne tangiere die Vorschriften zum Natur- und Heimatschutz, begründet Baumann, weshalb die Baufachkommission das Baugesuch ablehnte.

Rekurs ist möglich

Dass sich die Baufachkommission von den 160 Einsprachen beim Entscheid beeinflussen liess, dementiert der Gemeindeammann. «Wir hätten das Baugesuch auch ohne die Eingaben abgelehnt.» Nun besteht für Orange die Möglichkeit, den Entscheid an die nächsthöhere Instanz, das Departement für Bau und Umwelt, weiterzuziehen. Ob der Mobilfunkanbieter beim Kanton rekurriert, ist gemäss dem Projektverantwortlichen noch nicht entschieden. Er möchte keine weitere Auskunft geben, da er noch keine Kenntnis von der Begründung des ablehnenden Entscheides hat.

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