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Orange gibt sich nicht geschlagen

SIRNACH. Der Mobilfunkanbieter möchte an der Fischingerstrasse in Sirnach eine Antenne errichten. Die Baufachkommission lehnte das Baugesuch aber ab. Gegen den Entscheid rekurriert Orange nun beim Kanton: Der Standort sei ideal.
Philipp Haag
Die Mobilfunkantenne soll 22 Meter hoch werden. (Bild: Mario Testa)

Die Mobilfunkantenne soll 22 Meter hoch werden. (Bild: Mario Testa)

Der Rekurs ist zwar noch nicht eingereicht, der Entscheid aber, der ist gefallen: Orange zieht das von der Sirnacher Baufachkommission abgelehnte Baugesuch für eine Mobilfunkantenne an der Fischingerstrasse an die nächst höhere Instanz weiter, das Thurgauer Departement für Bau und Umwelt. Dies bestätigt Mediensprecherin Therese Wenger auf Anfrage. «Der anvisierte Standort», sagt sie, «ist geradezu ideal.» Er liege in der Wohn-/Gewerbezone, ausserdem am Rand des Dorfes. Aus diesen Gründen ist Orange zuversichtlich, dass der Kanton den Entscheid der Baufachkommission umstösst und den Rekurs gutheisst.

Zwei Ablehnungsgründe

Wie unsere Zeitung bereits berichtete, hatte die Baufachkommission das Baugesuch im Wesentlichen aus zwei Gründen abgelehnt: Es sei nicht zonenkonform und verletze die Vorschriften über den Natur- und Heimatschutz. Nicht zonenkonform ist das Baugesuch laut Begründung der Baufachkommission, weil der Hauptzweck der Mobilfunkantenne nicht darin besteht, die nahe gelegene Bauzone mit Mobilfunk zu versorgen, sondern die unmittelbar an ihr vorbeiführende SBB-Linie und die Autobahn A1. Die Sendeanlage decke das Gemeindegebiet nur zu einem untergeordneten Teil ab. Dieser Darstellung widerspricht Therese Wenger. Das Wohngebiet werde durch die Sendeanlage gleich stark abgedeckt wie die SBB-Linie. Eine untergeordnete Rolle spiele hingegen die A1, weil die Autobahn weit weg vom Mast liege.

Auch beim zweiten Punkt ist Orange anderer Meinung als die Baufachkommission. Gemäss dem Bescheid der Baufachkommission müssen auch das Kantons- und das Bundesrecht eingehalten werden. Die Antenne grenze aber an eine Ortsbildschutzzone und an eine Landschaftsschutzzone. Auf Grund der Höhe, die Antenne misst 22 Meter, sei aber das Ortsbild wie auch die südöstliche gelegene Landschaft erheblich beeinträchtigt. Die Sendeanlage wirke störend, dies erst recht, weil der Wanderweg durch das Bachtöbeli beim Mast ende. Für die Baufachkommission tangiert die Mobilfunkantenne die Vorschriften zum Natur- und Heimatschutz. Sie gewichtet das Interesse am Schutz des Orts- und des Landschaftsbildes höher als das Interesse der Gesuchstellerin. Orange ist gemäss Therese Wenger der Meinung, dass es sich bei der Ortsbildschutz- wie auch der Landschaftsschutzzone um keine «heiklen» Zonen handelt und das Errichten eines Sendemastes durchaus zulässig ist.

«Wir haben klar argumentiert»

Nicht überrascht vom Schritt von Orange ist der Sirnacher Gemeindeschreiber Peter Rüesch. Es sei das Recht des Mobilfunkanbieters, Rechtsmittel gegen den Entscheid zu ergreifen. Ausserdem ist sich der Gemeindeschreiber bewusst, dass unter den Providern ein Kampf um gute Standorte herrsche «und es immer weniger werden». Trotzdem, so sagt Rüesch, «wir haben Orange gegenüber klar argumentiert, weshalb wir das Baugesuch ablehnen.»

161 Einzeleinsprachen

Der ablehnende Entscheid der Baufachkommission war ganz im Sinne vieler Sirnacherinnen und Sirnacher. Bei der Gemeindeverwaltung waren eine Sammeleinsprache mit knapp 200 Unterschriften sowie 161 Einzeleinsprachen gegen das Baugesuch eingegangen. Vor allem Nachbarn, die in unmittelbarer Nähe zur geplanten Mobilfunkantenne wohnen, befürchten eine Wertminderung ihrer Liegenschaft sowie gesundheitliche Schäden.

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