Open-Air-Diebe verderben Party

44 Besucher des Open Airs Frauenfeld haben bei der Thurgauer Kantonspolizei Diebstähle gemeldet. Dass während des Festivals weit mehr Personen zugeschlagen haben, zeigt eine Umfrage auf dem Zeltplatz.

Melissa Müller
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«Als wir zurückkamen, war alles kaputt»: Die Frauenfelder Dario Ammann, Marcel Abderhalden, Marino Vedovati und Jan Olbrecht sind nach dem Open Air auf der Allmend desillusioniert. (Bild: Reto Martin)

«Als wir zurückkamen, war alles kaputt»: Die Frauenfelder Dario Ammann, Marcel Abderhalden, Marino Vedovati und Jan Olbrecht sind nach dem Open Air auf der Allmend desillusioniert. (Bild: Reto Martin)

Frauenfeld. Als Open-Air-Besucher Luca nach dem Wu-Tang-Clan-Konzert zu seinem Zelt zurückkehrt, bleibt ihm die Spucke weg: Sein Pavillon ist in Stücke gehauen, das neue Zelt aufgeschlitzt, die Kühlbox umgekippt. Als hätte ein Tornado gewütet. Lucas Biervorrat, seine Sandwiches und Guezli: Alles ist weg. Der 15-Jährige kämpft gegen Tränen.

So ist es am Wochenende auf der Grossen Allmend etlichen Jugendlichen ergangen. Laut Kantonspolizei hielt sich dieses Problem aber in Grenzen. «Uns wurden bis Sonntagabend bloss 44 Diebstähle gemeldet», sagt Rolf Müller, Medienchef der Thurgauer Kantonspolizei. Das seien bedeutend weniger als 2010, als die Polizei nach dem Festival über 100 Meldungen wegen Diebstahls entgegennehmen musste.

Ein Anblick des Schreckens

Nur eine Minderheit scheint Anzeige erstattet zu haben. Wie eine Umfrage am Sonntagabend auf dem Campingplatz zeigte, schrecken die Langfinger am Open Air Frauenfeld vor nichts zurück.

Einer Frauenfelder Clique ist die Partylaune gründlich vergangen. Als sie nach einem Konzert zu ihrem Zeltplatz zurückkehrten, bot sich den vier jungen Männern ein Anblick der Verwüstung: Die Pavillons waren zertrümmert, mehrere Campingstühle verschwunden. «Alles kaputt», sagt Dario Ammann, 17. «Jemand von uns hätte den Platz ständig bewachen müssen, um diese Sauerei zu verhindern», ergänzt Marino Vedovati, 18.

Dass am Open Air Frauenfeld stets etliche Zelte geplündert werden, ist hinlänglich bekannt. Frank aus Zürich hat seine Lieblingsklamotten darum zu Hause gelassen.

Vom Shirt bis zur Brille alles weg

Am Open Air verstaute Frank seine Sachen extra in einem Abfallsack, um sie zu verbergen. «Sie nahmen trotzdem alles mit, T-Shirts, Schuhe, Sonnenbrille, einfach alles», sagt er, während er an einem Joint zieht. Dazu wurde auch noch sein Zelt demoliert.

Festival-Besucherin Michèle Fust aus Oberbüren SG macht sich keine Illusionen: «Viele kommen mit leeren Händen ans Open Air und klauen ohne Rücksicht alles zusammen, was sie zum Campieren benötigen.»