Ohne Freiwillige geht nichts

Mit der Broschüre «Einsatzmöglichkeiten für Freiwillige im Kanton Thurgau» setzt das Benevol-Freiwilligenzentrum Thurgau neue Zeichen für den Freiwilligeneinsatz.

Margrith Pfister-Kübler
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Freiwilligenarbeit ist sehr wichtig, sei es in der nachbarschaftlichen Betreuungen von älteren Menschen oder in vielen anderen Bereichen. (Bild: Chris Mansfield)

Freiwilligenarbeit ist sehr wichtig, sei es in der nachbarschaftlichen Betreuungen von älteren Menschen oder in vielen anderen Bereichen. (Bild: Chris Mansfield)

WEINFELDEN. «Dies ist ein weiterer Mosaikstein in unserer Arbeit», kommentierte Benevol-Präsident Paul Engelmann die neue Broschüre «Einsatzmöglichkeiten für Freiwillige im Kanton Thurgau». Mit grosser Freude präsentierten Engelmann und Margrit Keller, Geschäftsführerin Benevol Thurgau, am Montagabend im Singsaal des Thomas-Bornhauser-Sekundarschulzentrums das gedruckte Werk mit einem Vorwort von Regierungsrat Bernhard Koch. Präsident Engelmann dankte dem «Mega-Team von rund 50 Personen mit Projektleiterin Margrit Keller», Sponsoren, dem Lotteriefonds und weiteren Unterstützern.

Informative Broschüre

Der Grossaufmarsch von Vertreterinnen und Vertretern der Freiwilligenarbeit-Institutionen aus dem ganzen Kanton würdigte mit der Teilnahme an dieser Premierenfeier den Stellenwert der informativen und mit vielen Interviews angereicherten Broschüre.

Es ist aber nicht nur die Broschüre, die eine echte Fundgrube an Ideen und Kontakten zu Organisationen für Freiwilligeneinsätze ist, sondern auch die gesamte Schweizer Plattform für Freiwilligenarbeit www.benevol-jobs.ch, die hier, wie Präsident Engelmann feststellte, «verknüpft werden». Trotz elektronischer Medien sei es wichtig, dass man noch Informationen auf Papier in der Hand halten könne, überzeugte Engelmann das Publikum.

Geschäftsführerin Margrit Keller versicherte: «Diese Broschüre wird nicht schnell veraltet sein. Wir können damit viele Freiwillige ansprechen. Wir bieten Lösungen für jeden Freiwilligeneinsatz.» Sie wies auf die Bahnhofaktionen für Freiwilligenarbeit hin. Diese wurden in Frauenfeld gestartet und sollen morgen Donnerstag in Weinfelden von 15 bis 19 Uhr und in Kreuzlingen am Freitag von 15 bis 19 Uhr fortgesetzt werden. Vom Bachputzer bis zum Kulturfreund und vom Nachmittagsjasser bis zur Sommerlagerleiterin sollen bei diesen zwei Aktionen vermittelt werden.

Zeit im Tausch gegen Hilfe

Ein weiteres Highlight der Feier war der Vortrag von Reinhold Harringer, Präsident der St. Galler Stiftung Zeitvorsorge. Er stellte das Projekt «Zeitvorsorge – Solidarität zwischen dem dritten und vierten Lebensalter» vor. «Zeitvorsorge» fördert die sozialen Austauschbeziehungen mit praktischen Hilfe- und Unterstützungsleistungen im Zeittausch. Das funktioniert so: Man setzt Zeit (begrenzt auf 700 Stunden) für andere ein, nimmt dafür eine Zeitgutschrift entgegen, die man auch Jahre später noch problemlos als Hilfe abrufen kann. «Zeitguthaben sind begrenzt auf 700 Stunden, es macht also keinen Sinn 10 000 Stunden anzusparen. Auch sind die Zeitguthaben nicht vererbbar. Das gäbe Probleme mit dem Steueramt», erklärte Harringer, der 20 Jahre als Finanzverwalter der Stadt St. Gallen arbeitete.

Er präzisierte, dass Zeittausch keine Pflegeleistungen beinhalten würde, und wies auf das Spannungsfeld zur bezahlten Arbeit hin. «Alles geht heute übers Geld. Wir wollen hier einen Kontrapunkt setzen und das Gelddenken zurückbuchstabieren. Zeittausch ist gemeinschaftsbildend», betonte Harringer. In der Diskussion zum Zeittausch-Pilotprojekt wurde von den Anwesenden angeregt, dass eine nationale Austauschplattform Sinn machen täte.

Informationen: www.benevol-thurgau.ch und www.benevol-jobs.ch