Ohne Bargeld ans OpenAir St. Gallen

Wer am nächsten OpenAir St. Gallen etwas bezahlen will, tut dies neu nicht mehr in bar, sondern mittels elektronischem Chip am Festivalbändel.

Nina Ladina Kurz
Drucken
Teilen

ST. GALLEN. Bares ist nicht mehr Wahres: Wer am kommenden OpenAir St. Gallen etwas kaufen möchte, greift nicht mehr zum Bargeld, sondern zum Chip. Dieser ist im Festivalbändel integriert und enthält ein vorher geladenes Guthaben. Bereits getestet wurde diese neue Methode in einem Pilotversuch im Backstagebereich am Festival 2012. Die Erfahrungen seien durchwegs positiv gewesen, sagt Mediensprecherin Sabine Bianchi. «Der ganze Geldverkehr ist einfacher und spart Zeit ein. Zudem wird auch das Depot für Becher, PET sowie Geschirr über diesen Chip abgerechnet.» Die Meinungen zur Neuerung sind gespalten. Auf der Facebook-Seite des OpenAirs beschweren sich einige Fans über die neue Regelung. Von «Geldmacherei» ist die Rede und davon, dass «der Diebstahl der Festivalbändel nun noch attraktiver wird». Einige User wollen sogar wissen, wie man diese Chips manipulieren kann.

Frühes Aufladen ratsam

Bianchi relativiert: «Diebstähle sind natürlich ärgerlich. Wir raten den Besuchern deshalb, mit Argusaugen über die Bändel zu wachen.» Eine Fälschung sei ausgeschlossen. «Jeder Chip hat eine registrierte Nummer und kann nur einmal verwendet werden.» Ein Lesegerät übernimmt die Bezahlung und zeigt den Restbetrag an. Der Chip kann vor Ort an mehreren Ladestation mit Bargeld oder per Karte geladen werden. Bianchi rät jedoch, bereits im Vorfeld ein Cash-Ticket zu lösen. «Bereits vor dem Festival kann auf unserer Homepage ein Cash-Ticket gekauft werden. Dieses wird beim Festivaleintritt dem Chip gutgeschrieben.» Ein allfälliges Restguthaben kann noch vor Ort, per Formular oder nach Juli 2013 per Rücksendung des Bändels innerhalb zweier Jahre zurückgefordert werden. «Erfahrungen zeigen, dass die Leute auch kleine Beträge zurückfordern. Von Geldmacherei kann also nicht die Rede sein», sagt Bianchi.

Während die einen OpenAir-Gänger noch über den Zahlungsverkehr debattiert, kaufen andere fleissig die Festivaltickets: Das OpenAir steht mit 25 000 verkauften Tickets kurz vor dem Ausverkauf – nur noch 5000 Tickets sind verfügbar.

Im nächsten Monat ausverkauft

Bianchi geht davon aus, dass das Festival bereits im nächsten Monat ausverkauft sein könnte. «Soweit ich weiss, war dies noch nie so früh der Fall. Dies liegt sicher auch daran, dass wir unsere ersten Headliner Die Ärzte und Kings of Leon früh bekannt gegeben und den Geschmack unserer Besucher getroffen haben.»