Oh je: Katze beim Nachbarn

Wenn sich Katzen über das frischbepflanzte Beet der Nachbarn hermachen oder gar Fische aus deren Weiher fangen, hört bei vielen die Freundschaft auf.

Inge Staub
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Auf leisen Pfoten pirscht sich diese Katze durch Beete in einem Garten in Stettfurt. (Bild: Donato Caspari)

Auf leisen Pfoten pirscht sich diese Katze durch Beete in einem Garten in Stettfurt. (Bild: Donato Caspari)

FRAUENFELD. Katzen sind ja so liebe Tiere. Deshalb hat mancher gleich zwei oder drei dieser Haustiere. Und wo sind die Katzen, wenn sie nicht im trauten Heim sind? In Nachbars Garten. «Sie fangen Fische aus unserem Weiher, hinterlassen ihre dreckigen Haare auf unseren Sitzkissen und kacken, wohin es ihnen beliebt», beklagt sich Eleonore Baumberger aus Sirnach.

Was des einen Freud ist, ist des anderen Leid. Wie Eleonore Baumberger ärgert sich manch einer, wenn Nachbars Katzen in seinem Garten ihr Unwesen treiben. Sie machen ihr Geschäft im frischbepflanzten Beet, sie markieren an der Hauswand oder holen Vögel vom Apfelbaum.

Walter Leuzinger aus Salmsach, Besitzer von vier Katzen und Mitglied der Katzenfreunde Oberthurgau, hat Verständnis für Menschen, denen es zu bunt wird, wenn die frechen Vierbeiner über den Gartenhag klettern. «Nicht jedermann hat Katzen gern», sagt er. Doch appelliert er an die Haushalte ohne Haustiere: «Seid tolerant und redet mit eurem Nachbarn.» Wenn man ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis anstrebe, müsse man auch anderes hinnehmen, etwa bellende Hunde.

Katzen mögen diesen Ton nicht

«Katzen kann man nicht einsperren. Wenn sie ins Freie wollten, kann man sie nicht in der Wohnung lassen», sagt Leuzinger. Und steht die Balkontüre offen, sind Katzen meist auch schnell entwischt. Wer sich vor Katzen schützen wolle, dem schlägt der Salmsacher Katzenfreund vor, sich einen Katzenschreck zuzulegen. «Katzen mögen die Tonfrequenz dieser Geräte nicht, und sie machen deshalb einen Bogen um den Platz, auf dem der Katzenschreck steht», sagt Leuzinger.

Das Gerät kann in einem Blumentopf installiert oder auch vor einer Voliere aufgestellt werden. Nähert sich eine Katze einem solchen Gerät, wird ein Ultraschallalarm auf vier Spezialfrequenzen zwischen 20 kHz und 24 kHz ausgelöst. Diese Frequenzen sind exakt auf das Gehör von Katzen abgestimmt.

Myrtha Kaufmann von der Katzenstube in Stettfurt sagt: «Katzen sind Freigänger. Ausserdem leben wir hier auf dem Land, da hat es halt Katzen.» Sie stellt fest, dass die «Leute nicht mehr so tolerant sind wie früher». Viele würden Katzenhalter verklagen. «Das ist doch verrückt.» Sie ist der Meinung, Nachbarn sollten sich vertragen und einen Kompromiss finden. So empfiehlt Eleonore Baumberger, man solle doch ein Netz über Teiche spannen. Netze eigneten sich auch als Schutz für frischbepflanzte Beete.

Anhänglich und einfühlsam

Walter Leuzinger findet es schön, Katzen zu haben. «Sie sind anhänglich und einfühlsam.» Doch täuscht das Bild der schnurrenden, sich anschmiegenden Katze. Denn die Tiere haben einen Jagdinstinkt, dem nicht nur Mäuse zum Opfer fallen. Flinke Katzen holen sich den einen oder anderen Vogel vom Baum (siehe Kasten).

Übrigens: In jedem vierten Schweizer Haushalt lebt eine Katze. Platz Nummer zwei in der Beliebtheitsskala der Haustiere belegen die Hunde. Rund 1,38 Millionen Katzen und eine halbe Million Hunde leben als Haustiere in der Schweiz. Konkurrenz bekommen sie nur von den Fischen: Würde man jeden Fisch einzeln zählen, käme man auf stattliche 4,5 Millionen Aquarien-Bewohner. Zählt man die Aquarien, liegen Fische auf Platz drei der Haustier-Hitliste.