OFFIZIERSGESELLSCHAFT: «Die Jungen sind keine Weicheier»

Ein menschenorientiertes Militär werde keine Rekrutierungssorgen haben, sagt der Kommandant Heer, Daniel Baumgartner, bei den Thurgauer Offizieren.

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«Wir müssen wieder den Mut haben, uns zu zeigen und füreinander einzustehen»: Mit diesem Appell stiess Baumgartner am Dienstag bei der Kantonalen ­Offiziersgesellschaft auf offene ­Ohren. Zu dieser Haltung gehöre echte Kameradschaft und der Wille, keinen zurückzulassen, erklärte der hohe Offizier. Es gehe zum Beispiel um den Rekruten, der in der 15. Woche an Krebs erkranke und Unterstützung brauche, illustrierte der Gastredner. Militär bedeute Umgang mit Menschen, und dieser sei verbunden mit Emotionen, räumte er ein. Gleichzeitig forderte Baumgartner, den Jungen den Rücken zu stärken. «Sie sind keine Weicheier», wehrte sich der Korpskommandant gegen pauschale Herabsetzungen.

«Wir haben viele Fans»

Gerade im Hinblick auf die ­Weiterentwicklung der Armee (WEA), die per 2018 umgesetzt werden soll, sind militärische Kreise besorgt, dass zu viele Übertritte in ein «alternatives Dienstmodell», zum Beispiel in den Zivildienst, den Personalbestand der Armee gefährden könnten. Diese auch an der 191. Generalversammlung der Thurgauer Offiziere geäusserte Sorge versuchte der Gastredner zu zerstreuen. Selbst in einer Zeit, in welcher der Militärdienst nicht so attraktiv sei, habe das Militär eine wichtige Aufgabe, nämlich Werte wie Kameradschaft und Loyalität zu vermitteln. «Wir haben auch heute viele Fans. Wir müssen die jungen Leute, vor allem die 14- bis 18-Jährigen, an den Militärdienst heranführen, und wir müssen unseren Job so gut machen, dass sie zu uns kommen wollen», so Baumgartner. Die Vereinbarkeit von Militärdienst und Beruf gelte es zu verbessern. Darum sollen künftig Bildungsgutschriften für zivile Ausbildungen gewährt werden. Die Politik sei gefordert, das entsprechende Budget zu genehmigen.

Zur 191. Generalversammlung durfte Oberstleutnant Dominik Knill gut 100 Mitglieder empfangen. Neu in den Vorstand der Offiziersgesellschaft gewählt wurde der Thurgauer Kreiskommandant Oberst Gregor Kramer aus Thundorf. Zurück traten Oberst i Gst Reto Brunschweiler und Major Kathrin Loppacher.

Martin Sinzig

thurgau@thurgauerzeitung.ch