Offen gegenüber T14

arbon. Wenn die Befürworter einer Schnellstrasse durchs Thurtal die Abstimmung in zwei Jahren gewinnen wollen, müssen sie vor allem bei den Frauen Überzeugungsarbeit leisten.

Markus Schoch
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Voraussichtlich 2010 kommt der Bau einer Schnellstrasse durchs Thurtal (T14) nochmals vors Volk, das in einem ersten Anlauf 2005 nein zu den Plänen sagte.

Die Umweltverbände kritisieren die Neuauflage des Projektes innert so kurzer Zeit als «Missachtung des Volkswillens» und «Zwängerei». Das Volk selber scheint es weniger eng zu sehen, wie aus einer Umfrage der Regionalplanungsgruppen Oberthurgau und Weinfelden bei 501 Personen im Mai hervorgeht. «Die Stimmbürger im Thurgau sind offen für eine Wiederaufnahme der Diskussion um die T14», heisst es im Kommentar zu den Ergebnissen. Und das obwohl die Meinungen «stark polarisiert» seien.

Keine Prognose möglich

52 Prozent der Thurgauer sagten vor drei Jahren an der Urne nein zur Schnellstrasse durchs Thurtal. Jetzt könnten sich 52 Prozent der Befragten vorstellen, bei einer neuen Abstimmung ein Ja einzulegen, was aber nicht viel heisst, wie die Verfasser des Begleitberichtes zur Umfrage einräumen: Die Stichprobe sei zu klein für eine verlässliche Prognose. Zudem ist die Zustimmung an Bedingungen geknüpft. So müsste nach Meinung der Befragten die Linienführung der geplanten Strasse an gewissen neuralgischen Punkten verbessert und generell konkretisiert werden.

Skeptische Frauen

Nachgegangen ist die Studie auch der Frage, warum die erste Vorlage bachab geschickt wurde. Die wichtigsten Gründe sind Beeinträchtigung von Landschaft und Umwelt sowie Zweifel an der Notwendigkeit einer neuen Strasse. Die Befürworter der Schnellstrasse erhofften sich vor allem eine Entlastung der Städte und Dörfer vom Durchgangsverkehr.

Bedenken gegenüber der T14 hatten vor allem Frauen, wie die Umfrage ergeben hat. Nur 44 Prozent stimmten der Vorlage 2005 zu gegenüber 56 Prozent bei den Männern.

Weiteres Resultat der Studie: Verbesserungen beim Individualverkehr stehen nicht zuoberst auf der Prioritätenliste bei den Thurgauern. Handlungsbedarf sehen die Befragten vor allem bei der Steuer-, Energie- und Umweltpolitik. Sie seien sich des komplexen Zusammenhangs zwischen der Lösung der Verkehrsprobleme und den zentralen Anliegen durchaus bewusst, heisst es.

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