Öffentlicher Durstlöscher

MÜLLHEIM. Die Familie Kern und die Gemeinde Müllheim haben einen alten Brunnen zu neuem Leben erweckt. Nun plätschert Trinkwasser in den neuen Trog.

Evi Biedermann
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Der neue Brunnen an der Rosengasse hat einen Trog aus Beton. (Bild: Evi Biedermann)

Der neue Brunnen an der Rosengasse hat einen Trog aus Beton. (Bild: Evi Biedermann)

Es war wie so oft, wenn etwas seinen Zweck nicht mehr erfüllt: Man will es nicht mehr. Diesen Gedanken hatten auch Maya und Andreas Kern, als sie den Umbau ihrer Liegenschaft an der Rosengasse 13 in Müllheim planten, die auch die Neugestaltung des Vorplatzes umfasst. «Was machen wir mit dem alten Brunnen?», lautete die Frage. Der 1876 erstellte Brunnen lieferte nur noch spärlich und unregelmässig Wasser, denn seine Quelle war versiegt. «Im Sommer haben wir manchmal von Hand Leitungswasser eingefüllt», sagt Maya Kern. Dennoch: Auch wenn der Brunnen mehr Arbeit brachte als Freude: Die Vorstellung, ihn abzureissen und somit einen Zeitzeugen der Dorfgeschichte abzureissen, machte Maya und Andreas Kern nicht glücklich. Sie klopften deshalb bei der Gemeinde an und fragten, ob Interesse bestehe, den Brunnen zu erhalten.

Wichtiges Element im Ortsbild

Der Gemeinderat zeigte sich interessiert. «Der Dorfbrunnen ist ein wichtiges gestalterisches Element im erhaltenswerten Ortsbild», sagt Gemeindeammann Jakob Turnheer. Deshalb habe man gern mit den Besitzern der Liegenschaft nach einer Lösung gesucht. Das Resultat ist ein neuer, schlichter Brunnen, aus Beton, der sich in den neu gestalteten Vorplatz einfügt. Drei einheimische Firmen haben Pläne dafür geliefert, den Zuschlag bekam die Tschanen AG.

Noch drei weitere Brunnen

«Der alte Brunnen wurde in Absprache mit der Familie Kern abgerissen», erklärt Turnheer. Die Umgebungsarbeiten liess die Familie auf ihre Kosten ausführen, der Brunnen geht zu Lasten der Gemeinde. Nun plätschern in Müllheim wieder vier Dorfbrunnen. Alle sind am Trinkwassernetz angeschlossen. Das war beim alten Brunnen an der Rosengasse 13 nicht so. Dieser wurde aus einer Quelle gespeist. «Die rege Bautätigkeit im oberen Dorfteil hat die Quelle zum Versiegen gebracht», erklärt der Gemeindeammann. Dass nun Trinkwasser aus dem neuen Brunnen fliesst, freut Maya Kern besonders, denn an ihrem Haus führt ein Wanderweg vorbei. Fröhlich erklärt sie: «Bei uns kann nun jedermann bedenkenlos den Durst löschen.»