Odermatts überzeugen DJ Bobo

FISCHINGEN. Ruth und Stefan Odermatt aus Fischingen lieben die volkstümliche Musik. Am Samstag hatten sie bei «Die grössten Schweizer Talente» ihren grossen Auftritt. Die Ruhe ihres Hofes ziehen sie der Hektik des Showbusiness aber vor.

Raoul Bigler
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Ruth und Stefan Odermatt mögen das Landleben. Neben rund 60 Stück Vieh halten sie auf ihrem Hof auch zwei Miniatur-Pferde. (Bild: Nana do Carmo)

Ruth und Stefan Odermatt mögen das Landleben. Neben rund 60 Stück Vieh halten sie auf ihrem Hof auch zwei Miniatur-Pferde. (Bild: Nana do Carmo)

Ein leichter Nebel zieht über die hügeligen Wiesen. Nur eine schmale Strasse führt zum Hof der Odermatts. Der Nachbar wohnt einige hundert Meter talwärts. Es ist einer jener Orte, an denen sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Hier wohnen und arbeiten Ruth und Stefan Odermatt auf einem Bauernbetrieb mit rund 60 Kälbern, Rindern und Kühen.

Dass sie diese ländliche Ruhe für den Auftritt in «Die grössten Schweizer Talente», einer Show des Schweizer Fernsehens, aufgaben, war nicht ihre eigene Idee. Sie sei vom Produzenten der Show angefragt worden, erzählt Ruth Odermatt. «2008 nahm ich am kleinen Prix Walo teil. Wahrscheinlich kamen sie so auf mich.» Ruth Odermatt hat viel Bühnenerfahrung. Seit über fünf Jahren jodelt sie regelmässig solo an Jodelfesten. Auch Stefan Odermatt ist der Musik schon lange verbunden. Seine Familie sei jeweils als Hausmusik aufgetreten.

«So spielte ich bereits als Zwölfjähriger manchmal bis spät in den Abend hinein», sagt er schmunzelnd. Als Duo haben sie allerdings noch nicht viel Bühnenerfahrung. An der Hochzeit ihres Bruders letztes Jahr traten sie erstmals gemeinsam auf. «Das kam sehr gut an», sagt Ruth Odermatt.

Obwaldner im Hinterthurgau

Mit einem Naturjodel überzeugten sie auch die Show-Jury.

DJ Bobo, Christa Rigozzi und Roman Kilchsperger zeigten sich äusserst angetan von Odermatts Auftritt, der Harmonie ihrer Stimme mit seiner Klarinette, dazu auch optisch passend ihre Obwaldner Trachten. Das kommt nicht von ungefähr. Denn obwohl zuhinterst im Tannzapfenland wohnhaft, wird im Hause Odermatt breitester Obwaldner Dialekt gesprochen.

Vor über 40 Jahren waren Stefan Odermatts Eltern von Alpnach hierhergezogen. «Ich selber kam hier im Haus zur Welt», erzählt er. Dass er, obwohl hier aufgewachsen, keinen Ostschweizer Dialekt habe, hänge wohl mit der Abgeschiedenheit des Hofes zusammen, sagt er schmunzelnd. «So konnte sich der Obwaldner Dialekt halten.» Seiner Frau Ruth dürfte das recht sein. Sie ist eine waschechte Obwaldnerin, lebte bis vor zwei Jahren in der Zentralschweiz. In die Ostschweiz kam sie der Liebe zu Stefan wegen.

Zur Liebe dank der Musik

Ihre Wege trafen sich 2007 – wie könnte es anders sein – dank der Musik. Die Metallharmonie Dussnang-Oberwangen, in der Stefan Odermatt Klarinette spielt, gab damals ein Konzert mit dem Jodelclub Sirnach. Ruth Odermatt reiste aus Sarnen an, da sie Bekannte beim Jodelclub Sirnach hat. «Nach dem Konzert war es kalt und regnerisch. So ging man eben noch ins Restaurant.» Sie lacht. Da seien sie sich dann nähergekommen.

Dass sie das Sprungbrett der Talentshow nun auch als musikalisches Paar nutzen wollen, sei eigentlich nicht geplant. «Wir nehmen es wie's kommt», sagt er. «Wir haben auch nur wenig Zeit, um regelmässig gemeinsam zu üben», sagt sie. Die Arbeit auf dem Hof braucht viel Zeit. Und im Moment steht auch noch der Umbau der Küche an. Weitere Arbeiten am Haus sind geplant. In diese Umbauarbeiten würden Odermatts auch die 100 000 Franken stecken, die dem Gewinner der Show winken. Das Geld nähmen sie natürlich gerne.

Ansonsten konnten sie dem Rummel des Showbusiness wenig abgewinnen. «Es war aber eine gute Erfahrung», sagt sie. Odermatts bevorzugen jedoch die Stille und Ruhe ihres Hofs. Sollten sie von der Jury aber in die Livesendung gewählt werden, dann würden sie sich sicher erneut von der Abgeschiedenheit ins Scheinwerferlicht der TV-Bühne stellen.

In der TV-Show traten sie in Obwaldnertracht auf. (Bild: SRF/Christian Lanz)

In der TV-Show traten sie in Obwaldnertracht auf. (Bild: SRF/Christian Lanz)

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