O Thurgau, du Freiluft-Mekka

Thursicht

Mario Testa
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Wir haben fast das Grösste und sicher das Älteste der Schweiz. Der Thurgau setzt bezüglich Open Airs Massstäbe in vielerlei Hinsicht. 1971, lange bevor überall im Land die Festivals aus dem Boden schossen wie Pilze, wurde in Bischofszell bereits zum ersten Mal musiziert und campiert. Es ist somit das erste und älteste Open Air der Schweiz und mit seinen mittlerweile 45 Jahren auf dem Buckel der Methusalem unter den Schweizer Festivals.

Das krasse Gegenteil zum familiären Ambiente in Bischofszell bietet das Frauenfelder. 1000 Leute da im Mai, 170000 dort im Juli – und doch, beide verliefen sehr friedlich. Erfreulich auch, dass an beiden Festivals viele Menschen mit Beeinträchtigung mit dabei waren. Es ist schön, in die strahlenden Gesichter dieser Männer und Frauen zu sehen, wenn sie zur Musik auf der Bühne hemmungslos abtanzen. Es ist ansteckend – ciao Hemmungen, hallo Party!

Doch warum ist ausgerechnet der bescheidene Thurgau so ein Freiluft-Mekka? – Nebst den zwei erwähnten Festivals gibt es ja auch noch das Summerdays in Arbon, das Krach am Bach und das Oben Toben in Tägerwilen, das Open Air Berg-Birwinken oder das Rock the Frog in Hugelshofen – Vielleicht weil’s in unsrem Kanton noch Platz hat draussen im Nichts, wo der Lärm niemanden stört, oder zumindest fast niemanden. Kulturbanausen sind wir schon gar nicht, und die Thurgauer feiern gern und viel. Frei nach dem Thurgauerlied: . . . wo lieblich übers Kornfeld die Basslinie dröhnt!