Nussbaumer Schule muss sparen

Düstere Wolken am Nussbaumer Schulhimmel: Die Finanzen drohen aus dem Ruder zu laufen. Redner kritisierten die Rechnung 2011 und das Budget 2012 an der Schulversammlung heftig. Die Umgebungsgestaltung wurde gestrichen.

Evi Biedermann
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Der Verkauf der Liegenschaft Rüttimann hätte Geld in die Kasse der Primarschule gespült. Nun sollen die Schulbürger später darüber befinden. Links daneben das Schulhaus. (Bild: Evi Biedermann)

Der Verkauf der Liegenschaft Rüttimann hätte Geld in die Kasse der Primarschule gespült. Nun sollen die Schulbürger später darüber befinden. Links daneben das Schulhaus. (Bild: Evi Biedermann)

NUSSBAUMEN. Es war kein erfreuliches Resultat, das Claudia Obrecht am Mittwoch der Schulgemeindeversammlung vorlegte. «Das letzte Jahr war schöner», bemerkte sie trocken, bevor sie mit ihren Ausführungen begann. Die Rechnung 2011 schliesst mit einem Verlust von 353 918 Franken. Die Primarschule Nussbaumen hat nicht nur mehr ausgegeben, sondern vor allem weniger eingenommen, als budgetiert war. Logopädie, Deutsch als zweite Fremdsprache und Aushilfe-Entschädigungen hätten den Aufwand vergrössert, erklärte Obrecht, und nicht eingegangene Steuereinnahmen den Ertrag geschmälert.

Die finanzielle Situation veranlasste einen Stimmbürger zu heftiger Kritik. Für ihn sind die Zahlen ein mittleres Erdbeben. «So etwas kommt nicht von heute auf morgen», warf er der Schulbehörde vor, da habe man zu lange zugewartet.

Vorläufig keine neue Umgebung

Der Votant kritisierte auch das fürs laufende Jahr vorgesehene Defizit von 87 749 Franken und beantragte, das Budget 2012 abzulehnen. Er hatte offenbar gut recherchiert und rechnete vor, wo der Aufwand zu gering budgetiert worden war und wo überall gespart werden könnte.

Sein Antrag wurde abgelehnt, sowohl die Rechnung und auch das Budget 2012 wurden angenommen. Die Kritik jedoch bewirkte, dass weitere Stimmbürger ihre Besorgnis äusserten und der Schulbehörde nahe legten, die Finanzen in den Griff zu bekommen. In Frage gestellt wurde auch die Umgebungsgestaltung. «49 000 Franken, liegt das drin bei dieser Finanzlage?» Der Posten sei bis auf weiteres zurückzustellen, forderte ein Anwesender. Der Antrag wurde von der Versammlung angenommen. Schulpräsident Kay Zoller nahm alle Anmerkungen dankend entgegen und stellte in Aussicht, mit den kritischen Votanten eine Arbeitsgruppe zu bilden und die Finanzen zu diskutieren.

Auch Dino Giuliani hatte Erfolg mit seinem Antrag. Damit erreichte der Hüttwiler Gemeinderat, dass die Liegenschaft Rüttimann in einer späteren Versammlung neu traktandiert wird.

Die Liegenschaft befindet sich direkt neben dem Schulhaus und gehört der Primarschulgemeinde. Die Behörde möchte das Haus verkaufen. Es sei in einem desolaten Zustand, sagte Schulpräsident Kay Zoller, und seit längerem nicht mehr bewohnt. Die anschliessende Präsentation von Roger Wohlgensinger zeigte drei mögliche Varianten auf: Renovation und Neuvermietung mit geschätzten Kosten zwischen 350 000 und 450 000 Franken; Abbruch und Renaturierung für 120 000 Franken sowie Verkauf mit einem Erlös zwischen 50 000 und 100 000 Franken.

«Niemals Land verkaufen»

Auch hier gab es lange Diskussionen, und es gingen Anträge ein. Mehrmals wurde davon abgeraten, die Liegenschaft zu verkaufen. «Land sollte niemals verkauft werden, wenn kein dringender Grund vorliegt», war etwa zu hören.

Die kritischen Fragen engagierter Stimmbürger brachte die Schulbehörde zudem in Bedrängnis. Sie hatte auf manch eine Frage keine Antwort parat. Ohne genaue Abklärungen könne kein Verkauf in Betracht gezogen werden, hiess es verschiedentlich. Das Traktandum war in der Botschaft als Antrag für einen Verkauf formuliert. Man habe das Traktandum an der Versammlung zuerst diskutieren wollen, entgegnete Roger Wohlgensinger.

Für Dino Giuliani war das Traktandum «noch nicht beschlussreif». Er empfahl der Behörde zudem, mit der Politischen Gemeinde das Gespräch zu suchen.