Nur noch ein Zivilstandsamt für den Thurgau

WEINFELDEN. Im Kanton Thurgau sollen Geburten, Todesfälle, Hochzeiten und Scheidungen künftig nur noch in einem einzigen Zivilstandsamt registriert werden. Das hat der Grosse Rat in erster Lesung mit 60 zu 56 Stimmen entschieden.

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Im Thurgau soll es künftig nur noch ein Zivilstandsamt geben. (Archivbild: Reto Martin)

Im Thurgau soll es künftig nur noch ein Zivilstandsamt geben. (Archivbild: Reto Martin)

Zuvor hatte sich das Kantonsparlament am Mittwoch dagegen ausgesprochen, pro Bezirk ein Zivilstandsamt festzuschreiben. Danach beschloss der Rat mit 73 Stimmen, dieses Amt in Weinfelden anzusiedeln.

Anträge, das Zivilstandsamt nach Frauenfeld beziehungsweise Amriswil zu verlegen, unterlagen klar. Den Abstimmungen war eine heftige Diskussion vorausgegangen.

Einsparungen kontra Bürgernähe
Während die Befürworter einer Lösung mit einem Zivilstandsamt mit den Kosten und der Arbeitsbelastung argumentierten, brachten die Gegner die Bürgernähe ins Spiel. Die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern sahen sie durch eine zentrale Lösung gefährdet.

Derzeit gibt es im Thurgau noch acht Zivilstandsämter - eines pro Verwaltungsbezirk. Im Rahmen einer bereits eingeleiteten kantonalen Strukturreform soll die Zahl der Bezirke auf fünf sinken.

Von 80 Ämtern zu einem
Noch vor fünf Jahren war im Thurgau die Reduktion der Zahl der Zivilstandsämter von einem pro Gemeinde auf noch eines pro Bezirk ein grosses Streitthema. Die weitere Reduktion ist die Folge einer deutlichen Arbeitsentlastung durch das elektronisch geführte Zivilstandsregister.

Statt der 20 Stellen, die 2005 noch benötigt wurden, waren es Anfang 2008 noch 18,3 Stellen. Die Zahl soll bis auf 14 sinken. Damit sind aber die Ämter kleiner Bezirke zu wenig ausgelastet, um ausgedehnte Öffnungszeiten und Stellvertretungen sicherstellen zu können. (sda)

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