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Nur Kinder bleiben subventioniert

Der Tarifverbund Ostschweiz erhöht die ÖV-Tarife per Dezember 2016. Das betrifft auch die Frauenfelder Lokalzone. Neu soll ein Einzelbillett 3.10 Franken kosten – 80 Rappen mehr als bisher. Nur die Kindertarife steigen nicht an.
Mathias Frei
Stadtbusse machen am Bahnhof Frauenfeld halt. (Bild: Reto Martin)

Stadtbusse machen am Bahnhof Frauenfeld halt. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Wenn es nach dem Stadtrat geht, kostet ein Stadtbus-Einzelbillett ab Dezember 3.10 Franken – 80 Rappen mehr als heute. Eine Preiserhöhung von 35 Prozent. Jugendliche und Erwachsene zahlen mit Ausnahme von Tageskarten bei allen Ticketangeboten mehr (siehe Kasten). Am massivsten ist der Aufschlag bei den Jugend-Jahresabos mit 37 Prozent. Diese Preise entsprechen dem neuen Ein-Zonen-Tarif des Tarifverbunds Ostwind. Nur bei den Kindertarifen bleibt alles beim alten, sie werden nicht erhöht. Das heisst auch: In Zukunft werden nur noch die Kinderbillette von der Stadt subventioniert.

Gemeinderat bewilligt Tarife

Mit dem Beitritt der Stadt zum Tarifverbund Ostwind (OTV) per Dezember 2008 ging die Tarifhoheit bezüglich Stadtbus an den OTV über. Die Stadt kann aber seither, wenn sie will, die ÖV-Tarife subventionieren. Dafür braucht es die Zustimmung des Gemeinderats. In der damaligen Botschaft zum OTV-Beitritt rechnete der Stadtrat noch mit jährlichen Subventionen von 88 000 Franken. Mittlerweile liegen diese städtischen ÖV-Subventionen bei über 145 000 Franken. Dieser Zuwachs ist den wachsenden Stadtbus-Passagierzahlen geschuldet. Zugleich aber wurden mit den vom Gemeinderat beschlossenen Stadtbus-Tariferhöhungen per Dezember 2010 und per Dezember 2011 die subventionierten Billettkategorien eingeschränkt. Damals fiel unter anderem die Seniorenkategorie weg. Zulasten der Jugendlichen (16–25) wurde eine Kinderkategorie eingeführt.

Mit der nun vorliegenden Botschaft des Stadtrats an den Gemeinderat unter dem Titel «Festsetzen der Stadtbus-Tarife per Dezember 2016» fallen weitere Vergünstigungen weg. Konkret soll es keine subventionierten Jahresabos für Jugendliche und Erwachsene mehr geben.

Zu wenige haben ein Abo

Nur wenige jugendliche und erwachsene Stadtbus-Passagiere würden von den subventionierten Monats- und Jahresabos profitieren, schreibt der Stadtrat in der aktuellen Botschaft. Denn viele Abo-Besitzer fahren zwei oder mehr Zonen. In diesen Fällen gibt es keine städtische Subvention aufs Abo. Konkret hatten im Rechnungsjahr 2014 428 Erwachsene ein Stadtbus-Jahresabo, dazu 84 Jugendliche. «Der Förderungseffekt für Junioren und Erwachsene ist daher eher gering. Zudem ist wohl den wenigsten ÖV-Nutzern bewusst, dass die Stadt diese Abonnemente erheblich subventioniert», argumentiert der Stadtrat.

Mit den neuen Tarifen und «der Anzahl der heute verkauften Artikel bleiben die Subventionen bei rund 140 000 Franken pro Jahr», schreibt der Stadtrat. In der Botschaft sind noch zwei weitere Varianten berechnet. Bleiben alle Tarife auf dem heutigen Niveau, müsste die Stadt mit 330 000 Franken subventionieren. Würde man nur die aktuell subventionierten Tarife auf dem heutigen Stand belassen, wären es 193 000 Franken.

Die Auswirkungen der Preiserhöhungen auf die Nachfrage sind für den Stadtrat «nicht abschliessend voraussehbar». Es sei davon auszugehen, dass vermehrt Einzelbillette und Tageskarten statt Abos gekauft werden. An den Kindertarifen soll festgehalten werden. Denn diese würden «helfen, den Kindern früh den öffentlichen Verkehr näherzubringen».

Billette länger gültig

Etwas Positives gibt es aber für Stadtbus-Passagiere: Das neue Ein-Zonen-Billett ist zukünftig 60 Minuten gültig – statt wie bisher 30 Minuten.

Auf die vom Tarifverbund Ostwind beschlossene Preiserhöhung hat die Stadt im übrigen kaum Einfluss. Gemäss Botschaft erhielt der OTV von den Kantonsregierungen den Auftrag, die Verbundseinnahmen zu erhöhen. Deshalb seien schon seit 2003 strukturelle Anpassungen im Gange. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember verschwinden die Lokalzonen im OTV. Durch eine spezielle Regelung sind aber weiterhin Ein-Zonen-Abonnemente möglich. Bisher waren ausserhalb von Lokalzonen mindestens zwei Zonen nötig für ein Abo.

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