Nun kommt das Wohnhaus dran

Die thurgauische Warmblut-Pferdezucht-Genossenschaft Lilienthal baut auf dem appenzellischen Teufenberg ihren Landwirtschaftsbetrieb um. Aus dem Wohnhaus soll ein Feriendomizil werden.

Evi Biedermann
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Pfyn. Der Teufenberg ist die Sommeralp der Pferdezuchtgenossenschaft Lilienthal. Das 25 Hektaren grosse Aufzuchtgebiet ist für die Fohlen der Genossenschafter in der Regel der Ort, wo sie ihre ersten langen Ferien verbringen. Bereits als Jährlinge kommen sie auf die 1000 Meter hoch gelegene Alp oberhalb Urnäsch, wo sie nicht nur weite Weiden und offene Stallungen finden, sondern auch erste Erfahrungen mit Gleichaltrigen machen.

Die Zeit auf der Alp ist für die jungen Pferde ein wichtiger Abschnitt in ihrer Ausbildung. «Hier lernen sie, sich in der Herde unterzuordnen und sich in eine Gemeinschaft einzufügen», erklärt Hans-Peter Wägeli aus Buch. Er ist selber Züchter und der Präsident der Lilienthaler. Betreut werden die jungen Pferde von einem Hirten, aber auch ihre Besitzer besuchen sie regelmässig auf der Sommeralp. Die relative Nähe zur Alp sieht Wägeli als Vorteil für die Züchter. Man fahre häufiger hin und verliere den Kontakt zu den Tieren nicht. «Das macht das Handling im Winter einfacher.»

Aus Hirten- wird Ferienwohnung

Im letzten Jahr haben die Jungpferde neue Laufställe mit einem gedeckten Laufhof erhalten. Nun soll auch das Wohnhaus des Landwirtschaftsbetriebs ausgebaut werden. Das haben die Lilienthaler an ihrer Jahresversammlung in Pfyn beschlossen. Zurzeit wird das Haus nur im Sommer vom Hirten und seiner Familie bewohnt, die den Betrieb führen. Viel zu schade, sagt Hanspeter Wägeli. «Die Ruhe und das Klima hier oben, und der Blick in die Weite bringen pure Erholung.»

Neue Geschäftsführerin

Bei klarer Sicht geht der Blick bis zum Bodensee. 150 000 Franken will die Genossenschaft in den Umbau investieren, der Antrag wird den Genossenschaftern demnächst vorgelegt. Die neuen Wohnräume will man in Zukunft vermieten. Etwa an Familien, die auf der Alp ihre Ferien verbringen möchten, sagt Wägeli. Auch die Option «Zweitwohnung» sei im Gespräch. Die Versammlung hat auch eine neue Geschäftsführerin gewählt. Sie heisst Cornelia Hasler, ist Marketingplanerin und wohnt in Frauenfeld.