Nordportal Ottobergtunnel verlegen

Die BDP Thurgau hat eine alte Idee zur neuen Linienführung der Bodensee-Thurtalstrasse (BTS) in den Ring geworfen. Damit könnte die geplante Oberlandstrasse (OLS) überflüssig werden.

Stefan Borkert
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Neuer N7-Anschluss: (v. l.) Martin Huber, Pascal Bertschinger und Jürg Schumacher favorisieren die direkte Verbindung zum Ottobergtunnel. (Bild: Stefan Borkert)

Neuer N7-Anschluss: (v. l.) Martin Huber, Pascal Bertschinger und Jürg Schumacher favorisieren die direkte Verbindung zum Ottobergtunnel. (Bild: Stefan Borkert)

Engwilen. Der Vorstand der BDP Thurgau schlägt eine neue Linienführung der BTS insbesondere am Ottobergtunnel vor. Die Strasse solle von Weinfelden Ost nordwärts durch den Ottobergtunnel direkt auf die bestehende N7 bei Engwilen geführt werden, sagt Vizepräsident Martin Huber. Eine noch ökologischere Lösung wäre, dass auf eine Brücke über den Kemmenbach verzichtet und der Tunnel direkt zum Autobahnanschluss geführt wird.

300 Millionen für 3 Kilometer

Der Vorschlag, dass es eine direkte Verbindung zwischen Weinfelden und der N7 gibt, ist so neu nicht. Bei den Planungen zur Autobahn N7 wurde schon vor rund 20 Jahren, als ein Ottobergtunnel noch ins Reich der Visionen verbannt wurde, darüber diskutiert. Damals war es der Gemeindeammann von Sulgen, Hans Ziegler, der diesen Vorschlag einbrachte. Im Frühjahr 2009 hatte Hansruedi Schoop, alt Stadtammann von Bischofszell, die Idee wieder aufgegriffen.

Jürg Schumacher, ebenfalls BDP-Vize ist jedenfalls überzeugt, dass diese Lösung für den Oberthurgau von Vorteil wäre und dass möglicherweise die Oberlandstrasse gar nicht mehr gebraucht würde. Gespräche mit Kreuzlinger und Langrickenbacher Kollegen hätten das bestätigt, so der Gemeindeammann von Märstetten. Man müsse eine mehrheitsfähige Lösung suchen, wenn 300 Millionen Franken für drei Kilometer Tunnel ausgegeben werden sollen.

Ein weiterer Vorteil des Vollanschlusses Engwilen/Märstetten mit direkter Linienführung zum Nordportal des Ottobergtunnels wäre, dass man für diesen Bauabschnitt keine Umleitungsmassnahmen treffen müsste. Der Verkehr würde bis zur Fertigstellung weiterrollen wie bisher.

Mehr als nur Ortsumfahrung

Obwohl der Ottobergtunnel ja nicht aus Steuergeldern finanziert werde, seien es letztlich doch Gelder der Bürgerinnen und Bürger, die verbaut werden, so Martin Huber.

Nach Ansicht der BDP Thurgau solle der Tunnel deshalb mehr sein als eine Ortsumfahrung Weinfelden. Und mit dieser geänderten Linienführung sei das möglich. Dem Vorwurf, dass eine dritte Variante das ganze Projekt gefährde, tritt Schumacher mit dem Argument entgegen, dass werde das Volk entscheiden. Die Gemeinde Märstetten hat es jedenfalls schon getan.

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