Noch immer eine reiche Stadt

Die Kleinstadt Frauenfeld prosperiert, und in der Stadtkasse ist immer genug Geld. Das Nettovermögen wäre im laufenden Jahr wohl auf über 50 Millionen Franken gestiegen, wenn Stadt- und Gemeinderat den Steuerfuss im laufenden Jahr nicht um drei Prozent gesenkt hätten.

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Die Kleinstadt Frauenfeld prosperiert, und in der Stadtkasse ist immer genug Geld. Das Nettovermögen wäre im laufenden Jahr wohl auf über 50 Millionen Franken gestiegen, wenn Stadt- und Gemeinderat den Steuerfuss im laufenden Jahr nicht um drei Prozent gesenkt hätten. Rückblickend darf man wohl sagen, dass eine stärkere Senkung problemlos verkraftbar gewesen wäre. Nun schlägt der Stadtrat für 2012 eine weitere Senkung um drei Prozent vor.

In Frauenfeld fühlt man sich der Politik der kleinen Schritte verpflichtet. Grosse Sprünge könnten unvorhergesehene Folgen haben. Die Wirtschaft könnte einbrechen, die Steuereinnahmen massiv zurückgehen, wie man es in den Neunzigerjahren schon erlebt hat. Voreilig die Steuern allzu stark senken will man vermeiden, sonst muss man sie nachher wieder erhöhen, was extrem unpopulär ist. So hat man es immer wieder gehört. Die Krise ist jedes Mal ausgeblieben.

Angesichts der Schuldenkrise und der Frankenstärke könnte diesmal tatsächlich ein Konjunktureinbruch bevorstehen. Hingegen sprechen das langfristig tiefe Zinsniveau und die Inflationsgefahr nicht dagegen, im schlimmsten Fall neue Schulden zu machen. Eine Senkung des Steuerfusses 2012 um mindestens drei Prozent ist auf jeden Fall verkraftbar.

Thomas Wunderlin

t.wunderlin@thurgauerzeitung.ch