Noch 742 Standorte werden überprüft

FRAUENFELD. Bei der Bearbeitung der Kataster der belasteten Standorte geht der Kanton branchenweise vor. Jetzt kommen Standorte der Chemischen Industrie, Laboratorien und von Druckereibetrieben dran.

Marina Winder
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Alte Deponien wie hier in Matzingen hat der Kanton bereits vor Jahren saniert. Jetzt kümmert er sich um die Belastungen an Betriebsstandorten. (Bild: pd)

Alte Deponien wie hier in Matzingen hat der Kanton bereits vor Jahren saniert. Jetzt kümmert er sich um die Belastungen an Betriebsstandorten. (Bild: pd)

FRAUENFELD. Am Anfang waren es 4700 sogenannte Verdachtsflächen. Flächen, bei denen der Kanton vermutete, sie könnten mit Schwermetallen oder anderen schädlichen Stoffen belastet sein. Circa 200 weitere Standorte kamen im Laufe der Zeit hinzu.

Seit zehn Jahren arbeitet die Abteilung Abfall und Boden des kantonalen Amtes für Umwelt die Liste nun ab. Jeder Standort wird nach den Vorgaben des Bundes einzeln überprüft. Bei 2559 Standorten stellte sich bei dieser ersten Überprüfung heraus, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht belastet sind. 1602 Standorte wurden hingegen in den Kataster der belasteten Standorte aufgenommen. Jetzt hat der Kanton noch 742 Standorte vor sich, die er überprüfen muss.

Wahrscheinlichkeit berechnen

Zu Beginn nimmt das Umweltamt ganze Branchen in den Verdachtsflächenplan auf. Je nach Resultat der ersten Überprüfung werden die einzelnen Betriebe entlassen oder in den Kataster überführt. Bei dieser ersten Überprüfung werden noch keine Untersuchungen angestellt. Viel mehr schätzen die Kantonsangestellten anhand verschiedener Kriterien die Wahrscheinlichkeit einer Belastung ab. Bei den Betriebsstandorten, die jetzt überprüft werden, berücksichtigt die Behörde unter anderem die Gründungszeit des Betriebes, die Betriebsgrösse und Informationen über die eingesetzten Stoffe.

Standorte, bei denen eine Belastung nachgewiesen oder mit grosser Wahrscheinlichkeit vorhanden ist, werden in den Kataster der belasteten Standorte eingetragen. Dann klärt das Amt für Umwelt im Rahmen einer Voruntersuchung ab, ob Sanierungsmassnahmen notwendig sind. Es beurteilt ausserdem, ob dazu Untersuchungen des Untergrunds durchgeführt werden müssen.

Diese Voruntersuchungen hat der Grundeigentümer auszulösen und auch vorzufinanzieren. Schliesslich gilt aber das Verursacherprinzip: Kann der Verursacher ermittelt werden, wird dieser zur Kasse gebeten. Ist dies nicht möglich, dann zahlt das Gemeinwesen. Das heisst, Kanton und Gemeinden teilen sich die Kosten.

Im Kataster für belastete Standorte aufgenommene Flächen erhalten auch einen Eintrag im Grundbuch, damit die Information über die Belastung erhalten bleibt und bei allfälligen späteren Eingriffen verwendet werden kann.

Im Jahr 2014 fertig

«Die Überprüfung der verbleibenden Standorte sollte im Jahr 2014 abgeschlossen sein. Wir sind gut auf Kurs», sagt Martin Eugster, Leiter der Abteilung Abfall und Boden. Im Jahre 2012 sei die Bearbeitung der Holzbearbeitungsbetriebe und der Betriebe der Nahrungsmittelproduktion abgeschlossen worden. Die Betriebe des Baugewerbes seien noch in Bearbeitung. Kürzlich angeschrieben wurden die Eigentümer von Standorten der Chemischen Industrie, Laboratorien und von Druckereibetrieben.