Nichts schteint, wie es ist

FRAUENFELD. Seit gestern steht der Kunstwürfel vor dem Frauenfelder Schloss. Rund einen Monat lang leuchtet darin nachts ein grosser Stein.

Luisa Aeberhard
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Veronika Dierauers Werk steht vor dem Schloss Frauenfeld. (Bild: Luisa Aeberhard)

Veronika Dierauers Werk steht vor dem Schloss Frauenfeld. (Bild: Luisa Aeberhard)

Der Stein liegt ruhig da. Hinter ihm das Schloss Frauenfeld, vor ihm, dort wo Rhein-, Zürcher und St.Gallerstrasse zusammenkommen, ist es laut und hektisch. Wenn es Abend wird, beginnt er zu leuchten.

Seit gestern ist im städtischen Kunstwürfel auf der Wiese vor dem Frauenfelder Schloss das Werk «Schtein – Schein mit Stein» von der Bildhauerin Veronika Dierauer aus Steckborn zu sehen. Der Leuchtstein ist aus glasfaserverstärktem Polyester. Mit Polyester könne sie freier formen und sei nicht so eingeschränkt. Weshalb diese Faszination für Steine? «Sie erden, regen zum Träumen an und lassen einen in sich kehren», sagt sie.

Struktur kommt zur Geltung

Im Stein befindet sich eine LED-Beleuchtung. «Wenn es eindunkelt, beginnt der Stein zu leuchten», sagt Dierauer. Die Struktur komme dann mehr zur Geltung. Dierauer hat zu Hause noch drei weitere Leuchtsteine, welche sich sowohl von der Grösse als auch von der Struktur her unterscheiden. Sie sind Unikate. Bei Nacht gleiche der Stein dem Mond, sagt sie.

Passanten herausfordern

Der mobile Kunstwürfel war bereits schon vor dem Einkaufszentrum Passage oder etwa beim Sämannsbrunnen aufgestellt. Die Stadt bietet Kunstschaffenden Platz für temporäre Kleinausstellungen. Sie sollen die Passanten überraschen und herausfordern. «Mit meiner Arbeit möchte ich die Menschen emotional berühren», sagt Dierauer. Vielleicht geht am Abend der eine oder die andere einmal bei der Schlosswiese vorbei, dorthin, wo der Stein leuchtet.