Nichtbewältigung der Krise im Bündnerland

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In anderen Kantonen, beispielsweise Graubünden, funktionierte die Armenfürsorge 1816 auch nicht. Wie der Thurgau war Graubünden ein junger Kanton und mit der Bewältigung der Krise überfordert. Die «Südostschweiz» zitiert dazu Adolf Collenberg an einer Tagung des Vereins für Kulturforschung und der Historischen Gesellschaft Graubünden. Er spricht gar von einer Nichtbewältigung der Krise in Graubünden. «Der Kanton war bankrott. Einige Gemeinden, die eine organisierte Armenfürsorge aufgegleist hatten, sind gut durchgekommen. Die Übrigen litten Not», sagt er. Sei es, weil öffentliches Geld gefehlt habe oder weil sie wegen des Schnees und schlechter Strassen Lebensmittel zu spärlich erreicht hätten. Laut Collenberg war der Aufruf des Kantons um private Unterstützung ein Fiasko im Kanton. «Spenden kamen nur von Bündner Auswanderern, etwa aus Triest.» (sba)