Nicht noch mehr Isolation

Freie Bahn für den neuen Lehrplan. Der Stein, der Erziehungsdirektorin Monika Knill vom Herzen gefallen sein dürfte, war wohl im ganzen Kanton zu hören. Dass sich der Thurgau mit einem Ja zur Initiative bildungspolitisch erneut isoliert hätte, dürfte für das Resultat mitentscheidend gewesen sein.

Christian Kamm
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Freie Bahn für den neuen Lehrplan. Der Stein, der Erziehungsdirektorin Monika Knill vom Herzen gefallen sein dürfte, war wohl im ganzen Kanton zu hören. Dass sich der Thurgau mit einem Ja zur Initiative bildungspolitisch erneut isoliert hätte, dürfte für das Resultat mitentscheidend gewesen sein. Noch steckt den Thurgauern das national betriebene Frühfranzösisch-Bashing in den Knochen. Zudem wäre ein Alleingang kostspielig geworden. Ein Argument, das hierzulande immer zählt.

Sparsamkeit bedeutet jedoch nicht Zukunftsverweigerung. Viele Menschen haben in den vergangenen Jahren auch in diesem Kanton erlebt, wie schnell sich die Welt verändert. Dass sich die Schule zeitgemäss aufstellen und die neuen Herausforderungen angehen muss, ist deshalb auch im ländlichen Raum mehrheitsfähig.

Das Ja dieses Wochenendes ist gleichzeitig ein Vertrauensvorschuss an die Behörden und Lehrkräfte, den es nun einzulösen gilt. Jenen, die diesem zentralistischen Lehrplan 21 weiterhin nichts abgewinnen können, sei zum Trost gesagt: Die Lehrerinnen und Lehrer sind heute Montag immer noch dieselben. Auf sie vor allem kommt es an. Ihr Augenmass und ihre Erfahrung sind weiterhin zentral. Denn wer im Thurgau abhebt und den Boden unter seinen pädagogischen Füssen verliert, der wird eher früher als später dafür bestraft.