Nicht dem Bild entsprechend

Die Zürcher Germanistin und Autorin Rea Brändle und der Basler Historiker Mario König bearbeiten seit Oktober in der Kantonsbibliothek in Frauenfeld den Nachlass von Alfred Huggenberger.

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Die Zürcher Germanistin und Autorin Rea Brändle und der Basler Historiker Mario König bearbeiten seit Oktober in der Kantonsbibliothek in Frauenfeld den Nachlass von Alfred Huggenberger. Für eine Biographie hat der Regierungsrat 320 000 Franken, der Historische Verein des Kantons 50 000 Franken bewilligt. Unter anderem sichten die Wissenschafter Tausende von Briefen, unter denen Huggenbergers eigene «in geringerer Zahl abgelegt» seien, wie Mario König sagt. Offen sei noch, ob der Nachlass diesbezüglich «politisch gereinigt» worden sei.

Allerdings gehe es nicht in erster Linie um die «politische Verwicklungen» in der Nazizeit, sondern um den «ganzen Huggenberger». Der Nachlass sei sehr gross, sagt Rea Brändle. Darunter habe man aber nur ein einziges Tagebuch und zwei Agenden gefunden. Fest steht für sie, dass Huggenberger nicht dem romantischen Bild des isolierten, während des Heuens dichtenden Bauern entspricht.

Er sei oft unterwegs gewesen, habe bis zu drei Lesungen pro Woche gehalten und viele Zeitungen abonniert gehabt. (ho)

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