Nicht alle wachsen gleich stark

Müllheim und Gachnang sind im Bezirk Frauenfeld die Gemeinden mit dem stärksten Bevölkerungswachstum im vergangenen Jahr. Matzingen, Neunforn und Steckborn sind sogar etwas geschrumpft.

Stefan Hilzinger
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Matthias Müller Gemeindeammann von Gachnang (Bild: pd)

Matthias Müller Gemeindeammann von Gachnang (Bild: pd)

Ende des vergangenen Jahres zählte der Bezirk Frauenfeld erstmals mehr als 63 500 Einwohnerinnen und Einwohner, das sind 640 Personen mehr als Anfang 2013. Doch nicht alle Gemeinden im Bezirk konnten vom allgemeinen Bevölkerungswachstum profitieren.

Prozentual am meisten zugelegt haben Müllheim und Gachnang. Mit einem Plus von 4,5 Prozent zählt Müllheim sogar zu den Gemeinden mit dem stärksten Wachstum. 2013 brachte der Gemeinde netto 121 Einwohnerinnen und Einwohner mehr.

Sprung nach Stagnation

«Das Wachstum ist zwar ausserordentlich, aber nicht überraschend», sagt Gemeindeammann Jakob Thurnheer. Die rege Bautätigkeit der vergangenen Jahre habe einen solchen Sprung doch erwarten lassen. Die hohe Zunahme kompensiere gewissermassen die «eigentlich unerwartete Stagnation» in den Jahren 2011/2012, sagt Thurnheer. In den vergangenen Jahren seien einige grössere Überbauungen mit Mehrfamilienhäusern realisiert worden, etwa bei der neuen Migros-Filiale. Doch die Zeit der grossen Würfe sei vorbei. «Müllheim bleibt aber wegen seiner Lage attraktiv.» Davon zeugten schon die fast wöchentlichen Anfragen nach Bauland.

Schub kommt erst noch

Mehr als hundert Einwohner zugelegt hat Gachnang. Mit drei Prozent ist die Gemeinde doppelt so stark gewachsen wie der kantonale Durchschnitt. Laut Gemeindeammann Matthias Müller wird der Trend anhalten. Denn dieses und nächstes Jahr entstehen einige Grossüberbauungen. «Mit Mietwohnungen waren wir schlecht bestückt, das ist nun anders», sagt Müller. Er rechnet damit, dass die Gemeinde bis 2015 oder 2016 die Grenze von 4000 Einwohnern überschritten haben wird. «Die Höchstgrenze laut Zonenplan liegt bei 4500 Einwohnern.»

Vergleichsweise ruhig ging es in Frauenfeld zu und her. Das Plus betrug unterdurchschnittliche ein Prozent. Für Stadtammann Carlo Parolari ist das kein Problem. «Die Agglomeration mit Gachnang, Frauenfeld und Felben-Wellhausen wächst überdurchschnittlich.» Für die Stadt sei wichtig, dass Arbeitsplätze und Infrastruktur mit dem Bevölkerungswachstum mithalten können. «Mit 19 000 Arbeitsplätzen auf 24 200 Einwohner stehen wir gut da», sagt Parolari.

Verlierer rätseln

Stadtammann Roger Forrer hat keine Erklärung dafür, warum ausrechnet Steckborn 54 Einwohner oder anderthalb Prozent der Bevölkerung eingebüsst hat. Allerdings habe die Stadt ihr Ziel von plus anderthalb Prozent jährlich über einen längeren Zeitraum betrachtet erreicht. «In früheren Jahren hatten wir bis zu vier Prozent Wachstum.» Auch Matzingen hat Einwohner verloren. Warum, kann Gemeindeschreiber Willy Feurer nicht sagen. Die Bevölkerungszahl habe dank mehrerer Grossüberbauungen schon Ende der 1990er-Jahre einen Sprung nach oben gemacht. Das Ziel sei weiterhin ein moderates jährliches Wachstum von einem, anderthalb Prozent.

Sichtbarer Zuwachs: Auf der Wiese vor dem Schloss Gachnang entsteht ein neues Quartier mit 80 Wohnungen und 20 Einfamilienhäusern. (Bild: Nana do Carmo)

Sichtbarer Zuwachs: Auf der Wiese vor dem Schloss Gachnang entsteht ein neues Quartier mit 80 Wohnungen und 20 Einfamilienhäusern. (Bild: Nana do Carmo)

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