Nicht alle dürfen an Hochschule

KREUZLINGEN. An der Pädagogischen Hochschule Thurgau gibt es ein Studienplatz-Kontingent für Studenten, die im Ausland leben. Die Grenze von 20 Prozent gilt seit 2003. Erst in den letzten Jahren mussten immer wieder Anmeldungen abgewiesen werden.

Mathias Frei
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Maximal 20 Prozent der Studienplätze sind an der PHTG jedes Jahr für Studierende reserviert, die nicht in der Schweiz leben. (Bild: Nana do Carmo)

Maximal 20 Prozent der Studienplätze sind an der PHTG jedes Jahr für Studierende reserviert, die nicht in der Schweiz leben. (Bild: Nana do Carmo)

Die Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG) in Kreuzlingen musste in den letzten Jahren immer wieder Anmeldungen abweisen. Denn für Studierende mit Wohnsitz im Ausland gilt seit 2003 ein Kontingent.

Mehrheitlich Deutsche

285 Studierende beginnen im Herbst in den Bereichen Vorschulstufe, Primarstufe, Sekundarstufe I oder II ein Studium an der PHTG. Davon fallen 60 in die Kategorie «Studierende mit Wohnsitz im Ausland». Denn für die Sekundarstufen-Studiengänge und jenen der Primarstufe gibt es ein relatives Kontingent. Maximal 20 Prozent der neu angemeldeten Studierenden können Wohnsitz im Ausland haben. Wie der für die Lehre zuständige PHTG-Prorektor Matthias Begemann erklärt, handelt es sich dabei mehrheitlich um deutsche Abiturienten.

War diese relative Kontingentierung in den Anfangsjahren der PHTG nie voll ausgeschöpft, mussten vor allem in jüngster Vergangenheit jährlich Anmeldungen abgewiesen werden. Vorrang haben Anwärter aus dem Landkreis Konstanz. Wer nicht aus der näheren Umgebung kommt, braucht umso bessere Abiturnoten. Konkrete Notenvorgaben gebe es nicht, sagt Prorektor Begemann. Das heisst: Je nach Anmeldezahlen und Kontingentauslastung reicht im einen Jahr ein guter Abschluss, im anderen Jahr braucht es aber ein sehr gutes Abi. Bei nicht deutschsprachigen Studierenden wird zudem noch die Sprachkompetenz vor Studienbeginn überprüft.

Die regionale Bevorzugung geht auch mit dem Verständnis des PHTG-Hochschulrats einher. Alfred Müller, Hochschulratspräsident, spricht von einer Win-win-Situation. Thurgauer könnten problemlos in Konstanz studieren. Dasselbe sollten Konstanzer auch an der PHTG machen können, sagt er. In den ersten zehn Jahren der PH habe sich die 20-Prozent-Marke als Quote erwiesen, bei der die Balance dieses gegenseitigen Austausches gewahrt gewesen sei. Oder im Klartext: ein finanzielles Nullsummenspiel. Weiter sagt Müller: «So bildet die PHTG weder zu viel, noch zu wenig Lehrpersonen aus. Wir folgen dem Gebot von Angebot und Nachfrage.» Begemann sieht es nicht anders. Die PHTG habe den Auftrag ausreichend Lehrpersonen auszubilden, nicht möglichst viele, sagt der Prorektor. Und weist auf die attraktiven, aber nicht kostendeckenden Semestergebühren hin. Denn ohne Quote wäre nicht absehbar, wohin die Entwicklung der Anmeldungen mit Rekordzahlen in den letzten drei Jahren führen würde.

PHTG kann auswählen

Mit dem 20-Prozent-Kontingent habe man die Möglichkeit, die geeigneten Personen auszuwählen, erklärt Begemann. Das heisst: In den letzten Jahren musste die PHTG die Anmeldungen mit den tiefsten Abiturnoten nicht berücksichtigen. Zudem: «Wenn deutsche Lehrpersonen im Thurgau arbeiten, bilden wir sie am besten selber aus», sagt der Prorektor. Denn so seien sie von Anfang an im Schulsystem heimisch.