Neutal baut, baut und baut

BERLINGEN. Der Umbau des Seeheims von Perlavita Neutal in Berlingen für 1,3 Millionen Franken beginnt am 29. Juni. Von aussen wird wenig sichtbar sein – abgesehen von einem Loch im Dach.

Gudrun Enders
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Pflegehelferin Lucia Harbalik und Pflegefachfrau Andrea Ibrahim bereiten ein Aromabad im Haus Seefeld vor. (Bild: Gudrun Enders)

Pflegehelferin Lucia Harbalik und Pflegefachfrau Andrea Ibrahim bereiten ein Aromabad im Haus Seefeld vor. (Bild: Gudrun Enders)

«Unsere Gäste sind nicht bettlägerig.» Neutal-Direktor Anselm Töngi will mit diesem Vorurteil gegenüber Pflegeheimen aufräumen. Wenn etwa die dementen Gäste im Haus Seefeld nicht mehr laufen können, nehmen sie via Pflegerollstuhl am Leben im Heim teil. Wichtig ist Direktor Töngi dabei: «Wir zwingen niemanden.»

Auch im Haus Seeheim liegen die wenigsten Gäste tagsüber im Bett, auch wenn sie zum Teil intensiver Pflege bedürfen. Für diese Gäste soll sich auch nichts ändern, wenn ab 29. Juni umfangreich saniert und modernisiert wird. «Wir gehen deshalb in Etappen und Stockwerk für Stockwerk vor», sagt Töngi. Gearbeitet werde nur zu klar definierten Zeiten. Zudem halte sich der Lärm in Grenzen. «Wir müssen schliesslich keine Wände einreissen», sagt Töngi.

Rauch soll entweichen

Vor allem die umfangreichen Massnahmen für den Brandschutz im Haus Seeheim schlagen zu Buche. Von aussen wird nur die Entrauchungsklappe zu sehen sein. «Dazu müssen wir erst einmal ein Loch ins Dach machen», sagt Töngi. Danach wird die Klappe eingesetzt. Über sie kann im Fall eines Brandes der Rauch abziehen. Das Treppenhaus wird mit zusätzlichen Türen von den Fluren und vor allem den Aufenthaltsräumen abgetrennt. Im Zuge dieser Arbeiten müssen auch die Stationszimmer versetzt werden.

Eigentlich sollte der Umbau schon im Januar starten. Durch die Bauauflage verursachte Veränderungen und die daraus resultierenden betrieblichen Absprachen haben laut Direktor Töngi den Baubeginn verzögert.

Baden und wohl fühlen

Der Kanton verlangt zudem ein Badezimmer pro Haus. «Das wird so nicht genutzt», sagt Töngi. Denn jedes Pflegezimmer verfügt inzwischen über eine eigene Nasszelle, und das Badezimmer im Haus Seeheim stammt aus den 1970er-Jahren. Im Haus Seefeld dagegen hat sich dieser vorgeschriebene Raum schon in ein gefragtes Wohlfühlbad verwandelt. Die spezielle Badewanne bietet Lichteffekte, Musik und Sprudelfunktion. Spezielle Badezusätze mit Kräutern oder Duftölen schaffen zusätzlichen Anreiz, in die Wanne zu steigen. Die Aktivierungs- und Gestaltungstherapeutinnen achten auf eine schöne Dekoration. Diesen Service sollen nun auch die Gäste im Haus Seeheim erhalten.

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