Neustart mit 45 Alterswohnungen

Der Baubeginn für den Erweiterungsbau der Genossenschaft Alterssiedlung Frauenfeld verzögert sich um ein Jahr. Denn das Projekt wird um 15 Wohnungen grösser und von einem neuen Architekturbüro bearbeitet.

Mathias Frei
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So sieht der Neubau in der Visualisierung aus. Der Zugang ins Gebäude befindet sich auf der rechten Seite. (Bilder: pd)

So sieht der Neubau in der Visualisierung aus. Der Zugang ins Gebäude befindet sich auf der rechten Seite. (Bilder: pd)

FRAUENFELD. Eigentlich müsste zurzeit gebaut werden im Reutenen. Hinter dem Hochhaus der Genossenschaft Alterssiedlung Frauenfeld war ein Neubau mit 30 Alterswohnungen geplant. Im November 2012 war das Siegerprojekt aus einem Wettbewerb erkoren. Aber dann kam alles etwas anders.

Jetzt steht laut Genossenschaftspräsident Michael Lerch fest: Im Optimalfall fahren nächsten Frühling die Bagger auf. «Wahrscheinlich waren wir ein wenig zu optimistisch», gibt sich Lerch am Mittwochabend vor den Genossenschaftern selbstkritisch. Ein so grosses Projekt mit solchen Vorgaben lasse sich halt eben nicht von heute auf morgen aus dem Boden stampfen.

Zweitrangiertes Projekt am Zug

Das Frauenfelder Architekturbüro Innoraum Kräher, Jenni + Partner hat nun die Planung übernommen. Ihr Projektentwurf war als zweitbester juriert worden im Wettbewerb. Zum Architektenwechsel kam für die Genossenschaft eine weitere Erkenntnis: Mit einem grösseren Projekt können die Kosten pro Wohnung tiefer gehalten werden. Denn die Vorgaben der Stadt sind klar: Die Mieten der Alterswohnungen müssen so tief sein, dass sie sich auch Ergänzungsleistungsempfänger leisten können.

Das Projekt Reutenen 2 sieht neu 45 Alterswohnungen vor, davon 42 Einheiten à 2,5 Zimmer und drei etwas grössere 3-Zimmer-Wohnungen. Michael Helbling, Inhaber des zuständigen Architekturbüros, rechnet derzeit mit Anlagekosten von 12 bis 13 Millionen Franken. Ziel sei es, diese Kosten auf 11 Millionen herunterzuholen.

«Ein solcher Bau ist für die Genossenschaft ein ziemlicher Kraftakt», sagt Präsident Lerch. Und man wolle sich in kein finanzielles Abenteuer stürzen, um dann die bestehenden Gebäude vernachlässigen zu müssen. Die Genossenschaft bewirtschaftet doch rund hundert Wohnungen an drei Standorten. Um das neue Bauprojekt weiter ausarbeiten zu können, wird nochmals ein Planungskredit nötig. «Wir wollen möglichst genaue Zahlen zeigen können», argumentiert Lerch und bekommt von der Genossenschaftsversammlung einstimmig 200 000 Franken aus den Eigenmitteln zugesprochen. An der Generalversammlung 2012 wurden schon 500 000 Planungs-Franken genehmigt.

Baulandpreis im Gemeinderat

Dank des zusätzlichen Planungskredits werden die Genossenschafter im September über den konkreten Baukredit befinden können. Schon im August entscheidet der Gemeinderat, ob die Stadt der Genossenschaft das nötige Bauland unter dem marktüblichen Preis verkaufen soll.

Dass in Frauenfeld der Bedarf nach Wohnraum für ältere Menschen bestehe, sei unbestritten, sagt Michael Lerch. Dies zeige sich auch in den sehr tiefen Leerständen der Genossenschaftswohnungen. Stadträtin Elsbeth Aeppli (Abteilung Gesundheit) pflichtet Lerch bei: «Im Alterskonzept rechnen wir fest mit den Neubauten der Alterssiedlung und des Stadtgartens.» Sie sei erfreut über solche Initiativen. Zudem seien die geplanten Wohnungsgrössen zeitgemäss.

Ein Modell einer geplanten 21/2-Zimmer-Wohnung.

Ein Modell einer geplanten 21/2-Zimmer-Wohnung.

Michael Lerch Genossenschaftspräsident Alterssiedlung Frauenfeld (Bild: Donato Caspari)

Michael Lerch Genossenschaftspräsident Alterssiedlung Frauenfeld (Bild: Donato Caspari)

Michael Helbling Architekt und Inhaber Innoraum Kräher, Jenni + Partner (Bild: pd)

Michael Helbling Architekt und Inhaber Innoraum Kräher, Jenni + Partner (Bild: pd)

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