NEUNFORN: Eine kostspielige Geschichte

Das übernächste Themenheft «nüfere» beschäftigt sich mit dem Kloster Töss. Für die Finanzierung des Projekts fehlen noch knapp 13500 Franken. Diese sollen innerhalb von 45 Tagen gesammelt werden.

Therese Schurter
Drucken
Teilen
Der Mönchshof bildet den ehemaligen Verwaltungssitz des Klosters Töss. (Bilder: Therese Schurter)

Der Mönchshof bildet den ehemaligen Verwaltungssitz des Klosters Töss. (Bilder: Therese Schurter)

Therese Schurter

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Neunforn und das Kloster Töss sind durch eine lange gemeinsame Geschichte eng verbunden –war das Kloster doch der grösste Landbesitzer in der Thurgauer Gemeinde. Durch den Besitz beeinflusste das Kloster auch die Geschicke Neunforns und das Leben der damaligen Bewohner.

Diese Beziehung soll nun durch Historiker, Studierende und Mitarbeitende aus Neunforn erforscht, erzählt und in einem weiteren Heft der Reihe «nüfere» dargestellt werden. Grund­gedanke des Gemeinderats war, statt einer Gemeindechronik, die im Büchergestell ungelesen verstaubt, lieber eine Reihe von ­Themenheften zu erstellen, mit denen sich die Einwohner eher identifizieren können. Es sind bereits sieben Hefte erschienen, das achte mit dem Arbeitstitel «Alte Häuser – alte Strassen» ist in Arbeit und wird an der Bächtelisgemeinde in einem Jahr vorgestellt.

Auch das neunte Heft «Nüfere und s’Chloschter Töss» ist bereits in Planung. Dies, obwohl es erst Anfang 2020 erscheinen wird. Aufgrund der Kosten wird es aber bereits jetzt zum Thema.

Originelle Finanzierung des Projekts

Denn: Die Gemeinde Neunforn übernimmt zwar die Hälfte der Honorarkosten sowie den Druck des «Nüfemer Hefts», das in einer Auflage von 1000 Exem­plaren vorgesehen ist, doch es fehlen immer noch knapp 13500 Franken. Deshalb kann das Projekt seit dem 2. Januar über eine Internetplattform (siehe Kasten) mit einem Beitrag unterstützt werden. Auf diese Weise sind bereits knapp 4000 Franken zusammengekommen. Als Anreiz wird jedem für seine Spende etwas geboten. Für verschiedene festgelegte Beträge, die auf der Seite ersichtlich sind, erhält der Unterstützer einen originellen «Gegenwert». Für den Maximalbetrag von 1233 Franken, der sich auf das eigentliche Geburtsjahr des Klosters Töss bezieht, erhält der Unterstützer beispielsweise ein Bild des Neun­forner Künstlers Johann Konrad Corradi aus dem 19. Jahrhundert. Die Mindestspende beträgt 21 Franken. Die meisten Belohnungen, die ebenfalls im Internet ersichtlich sind, wurden von den Neunfornern gespendet und haben einen Bezug zur Gemeinde. Zusätzlich soll mit dem Projekt auch weiteren Interessierten der Region die Möglichkeit gegeben werden, aktiv daran mitzuwirken. Schliesslich umfasste das ehemalige Herrschaftsgebiet des Klosters Töss zusätzlich die Ortschaften Töss, Veltheim, Dättlikon und Dorf.

Um die Zeit des Mittelalters verstehen, Quellen finden, Dokumente lesen, deren Bedeutung erschliessen und einordnen zu können, braucht es besondere Kenntnisse. Mit Peter Niederhäuser und Stefan Sonderegger haben Gilg Stüssi und Niklaus Winterhalter, die beiden treibenden Kräfte für dieses Heft, zwei Historiker gefunden, die bereit sind, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Peter Niederhäuser kennt die ­Geschichte des Klosters Töss und die Quellenlage. Er erstellt einen Überblick über vier Epochen: beginnend bei der Vorreformation, übergehend in die Reformation und die Nachreformation bis hin zum Verkauf der Güter im Jahr 1830. Niederhäuser will sie im Hinblick auf das Leben der Bewohner Neunforns erarbeiten.

Neunforn wird zum Thema an der Uni Zürich

Stefan Sonderegger, Professor an der Universität Zürich, wird in einem Seminar an der Universität Zürich mit alten Schriften aus Neunforn arbeiten. Das Team aus Neunforn digitalisiert die lokalen Quellen und stellt sie bereit. Dadurch wird die eigentliche Arbeit am Heft frühestens Ende 2018, Anfang 2019 beginnen. Studierende, die Interesse am Projekt zeigen, können begleitet daran mitarbeiten. Ihre Beiträge werden im Heft, das an der Bächtelisgemeinde im Jahr 2020 vorgestellt wird, publiziert und honoriert.