Neues Förderkonzept für die Sek

Mit Beginn des Schuljahres trat ein neues Förderkonzept der Sekundarschulen in Kraft. Es ist ganzheitlich, deckt also alle Bereiche der schulischen Förderung ab. Reformiert wird das neunte Schuljahr. Finanziell hat es keine Auswirkungen.

Markus Zahnd
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Andreas Wirth Präsident Frauenfelder Sekundarschulen (Bild: Reto Martin)

Andreas Wirth Präsident Frauenfelder Sekundarschulen (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. «So viel Integration wie möglich, so wenig Separation wie nötig.» Dieser Grundsatz liegt dem neuen Förderkonzept der Sekundarschule Frauenfeld zugrunde, das auf Beginn des Schuljahres 2015/16 in Kraft getreten ist. Mit dem neuen, 64seitigen Konzept wird nicht alles Bestehende über den Haufen geworfen. «Es fasst vieles zusammen, das vorher in verschiedenen einzelnen Konzepten beschrieben war», sagt Andreas Wirth, Präsident der Sekundarschulgemeinde, die nebst Frauenfeld auch Gachnang, Felben-Wellhausen und Hüttlingen umfasst. Finanzielle Auswirkungen habe das Konzept keine.

Auf den Schüler zugeschnitten

Das Konzept wurde in drei Jahren erarbeitet und ist eine Vorgabe des Amtes für Volksschule, die mit der Anpassung der Finanzierung der Schulen einherging. Deshalb musste es vor der Einführung auch vom Kanton bewilligt werden. Die Frauenfelder Sekundarschulbehörde hat besonderen Wert darauf gelegt, dass das Konzept sämtliche Bereiche der schulischen Förderung abdeckt, also nach Ansicht der Behörde ganzheitlich ist. «Es beschreibt einerseits die pädagogische Grundhaltung zur Förderung aller Kinder, andererseits auch die auf die Schulanlagen zugeschnittenen Angebote zur Förderung von begabten Kindern oder von Kindern mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen», sagt Wirth.

Hierbei kommt dann eben der Grundsatz «so viel Integration wie möglich, so wenig Separation wie nötig» zum Tragen. Schüler werden demnach nur bei «ausgewiesenem hohen Stützbedarf» aus den Regel- in Förderklassen verschoben oder mit zusätzlicher Unterstützung von Heilpädagogen in die Regelklassen integriert. Die Förderklassen werden altersdurchmischt geführt. «Ziel aller Massnahmen ist es, die Schüler in geeigneter Form auf die Berufswelt vorzubereiten», sagt Wirth.

Eltern werden einbezogen

Für die ganzheitliche Förderung stehen den drei Schulanlagen Reutenen, Auen und Felben-Wellhausen Bausteine zur Verfügung. Je nach Förderbedarf der Schulen werden mit diesen Bausteinen die Schwerpunkte gesetzt. Dazu gehören: Begabtenförderung, Schulische Heilpädagogik, Stütz- und Förderunterricht, Teamteaching, Integrationsklasse, Deutsch als Zweitsprache, Logopädie, das Jugendprojekt Lift, soziales Lernen und die Unterstützung bei den Hausaufgaben. Zudem soll die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern verstärkt werden.

Ein Kapitel des Konzeptes ist auch dem neunten Schuljahr gewidmet. Dort erhalten die Schüler neu die Möglichkeit, ihre Kompetenzen in den Fächern Deutsch, Französisch, Englisch und Mathematik «gemäss ihren beruflichen oder schulischen Zielsetzungen zu erhöhen». Die Schüler können also Wahlpflichtfächer wählen, um entweder Schwächen auszumerzen oder Stärken zu fördern.

Wirksamkeit wird überprüft

Die Behörde sei überzeugt, dass die Sekundarschule mit dem Konzept wirksam und ganzheitlich weiter entwickelt werde, sagt Wirth. «Zudem werden die Massnahmen stets auf ihre Wirksamkeit überprüft.» Das gilt auch für das neue Förderkonzept der Primarschule, das im Sommer 2014 eingeführt wurde und wegen der altersdurchmischten 1. und 2. Klassen zu reden gab. «Unsere ersten Erfahrungen sind durchaus positiv. Bei Veränderungen ist es wesentlich, den Prozess zu begleiten», sagt Wirth.