Neues Faksimile des ältesten Bauplans der Welt

Der St. Galler Klosterplan in der Stiftsbibliothek St. Gallen ist der älteste Bauplan der Welt. Nun legt die Stiftsbibliothek ein neues Faksimile mit erklärendem Begleitheft vor. Es wird am 3. April, 19.15 Uhr, im Musiksaal des Stiftsgebäudes präsentiert.

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Der St. Galler Klosterplan in der Stiftsbibliothek St. Gallen ist der älteste Bauplan der Welt. Nun legt die Stiftsbibliothek ein neues Faksimile mit erklärendem Begleitheft vor. Es wird am 3. April, 19.15 Uhr, im Musiksaal des Stiftsgebäudes präsentiert.

Der St. Galler Klosterplan wurde wohl zwischen 819 und 830 im Kloster Reichenau für das damals unter Abt Gozbert aufstrebende Kloster St. Gallen gezeichnet. Er entstand im Zusammenhang mit den Planungen für das wenig später errichtete Gozbert-Münster. Allerdings wurde er nicht im Detail umgesetzt – das haben archäologische Ausgrabungen in der Kathedrale in den 1960er-Jahren gezeigt.

Die Zeichnung in roter Tinte auf Schafspergament mit den Massen von 112 auf 77 Zentimeter zeigt eine vollkommene Klosteranlage mit allen dafür notwendigen Gebäuden: Kirche, Wohngebäude, Gasthäuser, Schulen, Handwerksbetriebe, Ställe und Gärten. Einen wichtigen Beitrag zur Zeichnung leistete der damalige Reichenauer Bibliothekar Reginbert. Auftraggeber war vielleicht der Reichenauer Abt Haito, der zuvor das Münster in Basel und das heute noch erhaltene Marienmünster auf der Reichenau erbaut hatte.

1952 gab der Historische Verein des Kantons St. Gallen ein drittes Faksimile des einzigartigen Dokuments. Es ist seit einigen Jahren vergriffen. (red.)

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