Neuer Wanderweg zu Wildensbuch

Der Aussichtsturm Wildensbuch auf der Hochwacht bei Schlatt zieht viele Wanderer an. Nun erstellen Zivilschützer einen zusätzlichen Wanderweg, der an den Alemannen-Höhlen vorbeiführt.

Gudrun Enders
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Pionier Aaron Meier und Kommandant Christoph Krummacher bauen eine Abzweigung vom neuen Weg. (Bild: Gudrun Enders)

Pionier Aaron Meier und Kommandant Christoph Krummacher bauen eine Abzweigung vom neuen Weg. (Bild: Gudrun Enders)

SCHLATT. Die Alemannen-Höhlen kommen zu neuen Ehren – dank des Zivilschutzes Rhy. Denn in dieser Woche bauen rund zehn Mann einen Kilometer langen Wanderweg vom bekannten Aussichtsturm Wildensbuch ins Foorewis. Für die Schlatter entsteht so eine Direttissima zum Aussichtsturm, für die vielen Wanderer ein zusätzlicher Weg.

Die Sache mit den Höhlen

Der neue Weg führt an den Alemannen-Höhlen vorbei. «Die lagen lange brach», sagt der zuständige Gemeinderat Cyrill Veraguth. Nun können alle Wanderer einen Blick in eine natürliche Höhle werfen, wie sie im Thurgau nur sehr selten vorkommt. Dafür sorgten die Zivilschützer, die nicht nur den Weg bauten, sondern auch den Schotter vor den Höhlen wegräumten. «Ich finde es gut, wenn unsere Monumente öffentlich zugänglich sind. Denn man schützt nur das, was man kennt», sagt Kantonsarchäologe Hansjörg Brem. Er war schon vor Ort und über die Wanderwegpläne informiert. Das Amt für Archäologie wird noch eine Infotafel aufstellen. Den Text dazu hat Archäologe Urs Leuzinger schon verfasst. Könnte das nicht Hobbyarchäologen in Versuchung bringen? «Die Funde sind längst geborgen», sagt Leuzinger. Davon abgesehen ist es nicht erlaubt, auf eigene Faust zu graben.

Sinnvolles für die Allgemeinheit

Der Wanderweg war nicht das einzige Projekt, das die 83 Zivilschützer in dieser Woche in Angriff nahmen. Sie gehören zu der Zivilschutzregion Rhy, in der sich Eschenz und Wagenhausen sowie die drei Gemeinden des ehemaligen Bezirks Diessenhofen zusammengeschlossen haben. Ihre Zivilschützer erneuerten Tische und Bänke an Grillplätzen in Rheinklingen und Wagenhausen, sie schufen einen Ort für Gedenkanlässe auf dem Friedhof Schlattingen oder bauten ein Piratenschiff in der Badi Diessenhofen. «Es ist sinnvoll, dass wir Arbeiten machen, die dem Wohl der Allgemeinheit dienen», sagt Kommandant Christoph Krummenacher aus Schlatt. «Aber unsere Projekte sollen das heimische Gewerbe nicht konkurrenzieren.» Dem Diessenhofer Stadtrat Stefan Gränicher, seit einem Jahr Präsident der Zivilschutzregion Rhy, ist wichtig, dass die Gemeinden Bedingungen schaffen, damit der Zivilschutz seinen Leistungsauftrag erfüllt. Heisst konkret: 200 000 Franken für die Materialbeschaffung in vier Jahren. Die neue Ausrüstung leistete diese Woche schon gute Dienste.