Neuer Schmuck fürs Quartier

FRAUENFELD. Bei der Kirche Kurzdorf in Frauenfeld steht seit gestern abend ein neuer Brunnen. Es ist ein Gemeinschaftswerk von Stadt, Kanton und der Kirchgemeinde und die Folge einer Strassensanierung.

Evi Biedermann
Drucken
Teilen
Hingucker beim Friedhof: Anita Bernhard, Präsidentin des Quartiervereins Kurzdorf, und Bildhauer Peter Hotz weihten den Brunnen ein. (Bild: Reto Martin)

Hingucker beim Friedhof: Anita Bernhard, Präsidentin des Quartiervereins Kurzdorf, und Bildhauer Peter Hotz weihten den Brunnen ein. (Bild: Reto Martin)

Diskret steht er in der Ecke und lässt munter das Wasser sprudeln. Eigenwillig in der Form, ungewöhnlich das Material. Von Kunst sprach zwar niemand gestern abend, als bei der Kirche Kurzdorf der neue Brunnen eingeweiht wurde. Wohl aber von einem gelungenen Werk. Der Brunnen verwandle die Ecke in ein kleines Bijou, sagte der evangelische Kirchenpräsident Andreas Winkler, und der Präsident der Baukommission findet ihn nicht nur schön, sondern auch nützlich. «Ein Schmuck fürs Quartier, der auch Trinkwasser liefert und Treffpunkt ist», sagte Mathis Adank.

Leere Ecke aufwerten

Der Brunnen ist ein Gemeinschaftswerk von Stadt, Kanton und Kirchgemeinde. Gebaut wurde er im Zusammenhang mit der kürzlichen Sanierung der Rheinstrasse zwischen der Einmündung der Kurzenerchingerstrasse und der Brücke über die Murg. Weil gleichzeitig beim Schulhaus Kurzdorf eine Schutzinsel erstellt wurde, musste die Strasse in diesem Bereich verbreitert werden. Dies bedingte die Abtretung eines kleineren Landstücks durch die Evangelische Kirchgemeinde an den Kanton. Das Projekt verlangte, dass die Friedhofmauer um 2,15 Meter zurückversetzt wurde. Den dadurch entstandenen Spickel Land wollte man nicht einfach leer lassen, sondern mit einem Hingucker aufwerten.

Aus dem Bauch heraus

Die Wahl fiel auf einen Brunnen, und der Auftrag dafür ging an den Frauenfelder Bild- und Steinhauer Peter Hotz. Wie er gestern abend erklärte, wollte er einen einfachen, pflegeleichten Brunnen. «Geschaffen habe ich ihn aus dem Bauch heraus.» Entstanden ist ein spiralförmiges Modell aus Eisen, ein elegantes leichtes Werk aus schwerem Material. «Ich hoffe, er wird einmal schön rosten», sagte sein Erschaffer. Hotz lieferte das Modell, in die Form brachte die Eisenplatten ein Metallbauer mit Hunderten von Pressungen.

Anita Bernhard durfte als Präsidentin des Quartiervereins Kurzdorf dem Brunnen eine Rose auflegen und ihn damit seiner Bestimmung übergeben. Wie Stadtrat Ruedi Huber sagte, soll ein Brunnen nicht nur Schmuckstück sein, sondern auch Treffpunkt. «Eine Stadt lebt nicht nur von Bauten und Parks, sondern vor allem von den Menschen.»