Neuer Glanz für Regierungssitz

Für 23 Millionen Franken wird das Regierungsgebäude saniert und umgebaut. Sein repräsentativer Charakter soll gestärkt werden.

Christof Widmer
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Frauenfeld. Das kantonale Regierungsgebäude in Frauenfeld zählt zu den bedeutendsten Thurgauer Bauwerken des 19. Jahrhunderts. Der Bau repräsentiere wie kein anderer das Selbstbewusstsein des damals jungen Kantons, sagte gestern Baudirektor Jakob Stark vor den Medien. Der vor 80 Jahren letztmals renovierte Bau muss nun saniert werden. Das Projekt beläuft sich auf 23 Millionen Franken. Es wird dem Grossen Rat im Rahmen des Budgets 2011 unterbreitet. Stimmt er zu, ist nächstes Jahr Baubeginn, bis 2013 sollen die Arbeiten dauern.

Anlass für das Projekt ist der Umzug des Staatsarchivs ins ehemalige Zeughaus. Das Archiv ist heute im Ostflügel des Regierungsgebäudes untergebracht. Der Flügel wird ausgehöhlt, da die Stockwerkeinteilung nicht mit derjenigen des Hauptgebäudes übereinstimmt, sagte Kantonsbaumeister Markus Friedli.

Mehr Büroräume

Die Räume des Staatsarchivs werden nicht nur für Büros gebraucht. Das Erdgeschoss soll für den Publikumsverkehr genützt werden, etwa für öffentliche Sitzungsräume.

Die heute vom Staatsarchiv belegten Gewölberäume im rechten Teil des Hauptgebäudes sollen für repräsentative Zwecke genutzt werden. Zudem wird der Staatskeller erweitert und erhält eine neue Küche.

Sonst wird der Hauptbau ohne substanzielle Eingriffe saniert. Auf den aktuellen Stand gebracht werden Haustechnik, Brandschutz und Energieeffizienz mit Minergiestandard. Im Eingangsbereich wird eine Loge gebaut, von der aus die Treppe überwacht werden kann.

Man habe sich auf das Nötige beschränkt, sagte Stark – die Rollläden werden weiter von Hand gekurbelt. Nach dem Umbau können hier 30 zusätzliche Arbeitsplätze untergebracht werden. Die Departemente für Erziehung und Kultur und Justiz und Sicherheit werden einige ihrer Mitarbeiter hier ansiedeln.

Charakter stärken

Mit dem Umbau soll der würdevolle Charakter des Regierungsgebäudes noch stärker zur Geltung kommen, sagte Stark. Das gilt auch für die Umgebung.

Die Stadt Frauenfeld plant, die Allee in der Promenadenstrasse zu verlängern. Eine Volksabstimmung über Sanierung und Umbau des Regierungsgebäudes wird es nicht geben. Da es sich um gebundene Ausgaben handelt, hat der Grosse Rat das letzte Wort.