Neuer Anlauf für altes Anliegen

Tempo-30-Zonen sind in Eschlikon seit über zehn Jahren ein Thema. Freiwillig-30-Markierungen verfehlten zuletzt ihre Wirkung. Der Gemeinderat will nun ein ganzheitliches Konzept erstellen – inklusive möglicher Tempo-30-Zonen.

Ives Bruggmann
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Hans Mäder Gemeindepräsident Eschlikon (Bild: Olaf Kühne)

Hans Mäder Gemeindepräsident Eschlikon (Bild: Olaf Kühne)

ESCHLIKON. Blass wirken sie, die mintgrünen Tempo-30-Herzen in den Quartieren Eschlikons. Der Zusatz «freiwillig» tut ein übriges dazu. Nach knapp zweieinhalb Jahren scheint klar zu sein, dass die Freiwillig-Tempo-30-Markierungen ihr Ziel verfehlt haben, sofern sie überhaupt wahrgenommen werden. Die Gemeinde startet nun einen neuen Versuch: Die Einführung von Tempo-30-Zonen in Eschlikon soll wieder Fahrt aufnehmen. Der Gemeinderat hat eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich nicht nur mit Tempo-30-Zonen, sondern gleich mit der gesamten Eschliker Verkehrssituation auseinandersetzt.

Mehr als Tempo 30

Gemeindepräsident Hans Mäder spricht sich klar für ein ganzheitliches Verkehrskonzept aus. Es gebe einige ungelöste Verkehrspunkte in Eschlikon, die angegangen werden müssen. Ein paar davon seien geplante Tempo-30-Zonen. «Aber nicht nur», sagt Mäder. Viele Projekte hängen zusammen, weshalb es mehr Sinn ergebe, gleich die gesamte Verkehrssituation zu analysieren. Hierfür will der Gemeinderat ein Planungsbüro beauftragen, das bei der Erarbeitung des Verkehrskonzeptes mithilft. «Wir sind mit drei Büros in Gesprächen», verrät Mäder. Bis Ende des Jahres könne man mehr dazu verraten. «Was ich sicher sagen kann, ist, dass wir auf zwei Ebenen arbeiten müssen.» Damit meint der Eschliker Gemeindepräsident, dass viele einzelne Fragen – unter anderem Rebenstrasse, Blumenaustrasse, Bahnhof Süd – gelöst werden müssen. «Dabei dürfen wir jedoch das grosse Ganze nicht aus den Augen verlieren.»

Tempo-30-Zonen können im Gesamtverkehrskonzept durchaus beinhaltet sein. Der Gemeinderat sei aber offen für innovative Lösungen, sofern diese den Zweck erfüllen. «Wichtig ist für uns, dass wir die Bevölkerung mit einbeziehen», sagt Mäder. Schliesslich seien es die Anwohner, die die Verkehrssituation vor Ort am besten kennen.

«Besser spät als nie»

Kurt Egger, Orts- und Kantonalpräsident der Grünen, setzte sich bereits vor zehn Jahren für Tempo-30-Zonen in Eschlikon ein. Zu den neuen Plänen des Gemeinderates sagt er: «Besser spät als nie.» Seiner Meinung nach funktionieren die aktuellen Markierungen am Boden schlecht, weil sie zu wenig gut sichtbar seien, denn «Tempo 30 funktioniert nur mit baulichen Massnahmen». Am liebsten sähe Egger abseits der Hauptstrasse in Eschlikon flächendeckend Tempo-30-Zonen. Dass dies jedoch nicht auf einmal durchsetzbar ist, sehe er ein. «Früher oder später führt aber kein Weg daran vorbei», sagt Egger. Denn auch die Bevölkerung begrüsse Tempo-30-Zonen. Vor allem wegen ihrer beiden Vorteile: höhere Sicherheit und geringere Umweltbelastung.

Kurt Egger Kantonsrat und Präsident Grüne Eschlikon (Bild: pd)

Kurt Egger Kantonsrat und Präsident Grüne Eschlikon (Bild: pd)

Die Nordstrasse in Eschlikon. Noch ist Tempo 30 hier freiwillig. Ob das so bleiben wird, prüft derzeit eine Arbeitsgruppe. (Bild: Olaf Kühne)

Die Nordstrasse in Eschlikon. Noch ist Tempo 30 hier freiwillig. Ob das so bleiben wird, prüft derzeit eine Arbeitsgruppe. (Bild: Olaf Kühne)