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NEUE LONDON-KORRESPONDENTIN: «Dem Cevi bleibe ich treu»

Henriette Engbersen berichtet ab Mitte Mai für das Schweizer Fernsehen SRF aus London. Dort wartet bereits ein anstrengender Arbeitspartner auf die Romanshornerin.
Marcel Jud
Im Frauenfelder Café Rhyhof: Die gelernte Primarlehrerin Henriette Engbersen spricht über ihre neue Stelle beim Fernsehen. (Bild: Andrea Stalder)

Im Frauenfelder Café Rhyhof: Die gelernte Primarlehrerin Henriette Engbersen spricht über ihre neue Stelle beim Fernsehen. (Bild: Andrea Stalder)

Marcel Jud

marcel.jud@thurgauerzeitung.ch

«Rudern kann ich auch in London», sagt Henriette Engbersen auf die Frage, ob sie den Bodensee vermissen werde. Die Romanshornerin tritt im April ihre neue Stelle als SRF-Korrespondentin für Grossbritannien und Irland an. Ab Mitte Mai wird sie erstmals fürs Fernsehen aus London berichten.

Im Café Rhyhof in Frauenfeld erzählt die 37-Jährige, wie sie als gelernte Primarlehrerin beim Schweizer Fernsehen landete. Als sie das Diplom des Lehrerseminars Kreuzlingen in der Tasche hatte, habe sie zunächst nicht gewusst, was sie machen sollte. «Nach dem Semi habe ich Stellvertretungen gemacht. Mir war aber bereits da klar, dass der Primarlehrerberuf nicht so meins ist.» Ein Berufsberater habe sie auf den damals neuen Journalismus-Studiengang an der Fachhochschule Winterthur aufmerksam gemacht. Der Vorschlag gefiel Engbersen: «Ich sagte mir, probier’s aus: reden und Fragen stellen kannst du ja», sagt sie lachend.

Ihre ersten praktischen Erfahrungen im Journalismus hat Henriette Engbersen bei der «Thurgauer Zeitung» gesammelt, als Praktikantin auf der Lokalredaktion Arbon. «In der Schule habe ich nie gerne Aufsätze geschrieben, und meistens waren sie auch schlecht.» Der Lokaljournalismus habe ihr dennoch gefallen, vor allem die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Menschen kennen zu lernen und nach Geschichten abseits der Schlagzeilen zu suchen.

«Alte und neue Stelle haben vieles gemein»

Mit Abschluss ihres Studiums kehrte Henriette Engbersen dem Zeitungsjournalismus jedoch den Rücken: Sie startete ihre Fernsehkarriere bei Tele Ostschweiz. «Mich hat es fasziniert, Text, Bild und Ton miteinander zu verbinden.» Als Korrespondentin für die Ostschweiz wechselte sie später zum Fernsehen SRF. Ihre ehemalige und ihre neue Stelle seien gar nicht so unterschiedlich. «Als Ostschweiz- wie als Auslands­korrespondentin muss man die ­Berichterstattung für eine ganze Region abdecken und diese dementsprechend gut kennen.» Über die Ostschweiz berichtete Henriette Engbersen jedoch nicht allein, sondern arbeitete in einem Zweierteam. In London wird sie ab Mitte Mai auf sich gestellt sein, und das Berichterstattungsgebiet ist mit Grossbritannien und Irland etwas grösser als ihre Heimatregion. Aber Engbersen mag Herausforderungen: «Ich liebe den Adrenalinkick, wenn ich mich innert kurzer Zeit in ein Thema einarbeiten muss, um anschliessend live darüber zu berichten.»

Einen solchen Kick erlebte Henriette Engbersen bei einem ihrer ersten Auslandseinsätze: Als im Sommer 2014 ein Flugzeug über der Ukraine abgestürzt war, reiste Engbersen für SRF in die Niederlande, woher die meisten Passagiere stammten. «Du findest dich in einer fremden Situation wieder, musst dich ex­trem schnell zurechtfinden und die vielen Informationen einordnen können», erinnert sie sich mit leuchtenden Augen an ihren damaligen Einsatz als Sonderkorrespondentin. Langweilig wird es Henriette Engbersen auch an ihrem neuen Arbeitsort nicht: Die Umsetzung und Folgen des Brexit werden im Mittelpunkt ihrer Berichterstattung aus London stehen. «Der Brexit wird mein anstrengendster und spannendster Arbeitspartner sein.» Sie wolle den Zuschauern nicht nur den Ausstieg Grossbritanniens aus der EU erklären, sagt Engbersen, sondern «die Schicksale hinter dem rein formalen Akt zeigen – die Folgen, welche der Brexit für das Leben einzelner Menschen hat».

Ohne ein Stück Natur geht es nicht

Zurzeit beschäftigt Henriette Engbersen aber anderes als der Brexit: «Mein Partner und ich sind mitten im Umzugsstress.» Bereits im April ziehen sie nach London. Ihr Freund sehe den Umzug als Chance, sich beruflich neu zu orientieren, sagt Engbersen. Zurzeit arbeitet er als Vorsorgeberater in Herisau. «Hätte es sich mein Partner nicht vorstellen können, hätte ich mich nicht für diese Stelle beworben.»

Henriette Engbersen ist froh, dass sie in London eine Wohnung gefunden hat, zu der ein kleiner Garten gehört. «Da hat mich meine Thurgauer Heimat schon geprägt: Ich brauche Natur in meiner Nähe.» Angst vor Heimweh habe sie jedoch keine: «London ist ja nicht allzu weit weg, sodass ich Kontakt zu Freunden und Familie halten kann» – und zum Cevi Romanshorn, bei dem sich Engbersen seit ihrer Jugend engagiert. «Ich kann mir gut vorstellen, dass ich nach dem Ende meines Einsatzes in London wieder mal in ein Sommerlager mitgehe. Dem Cevi Romanshorn bleibe ich auf jeden Fall treu.»

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