Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Neue Ideen gären auf den Strohballen

Thomas Güntert

Wein Die Vermarktung der Weinregion Bodensee und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit standen im Fokus der fünften Internationalen Strohballenarena, die auf dem Weingut Winkelhof in der deutschen Grenzgemeinde Gailingen eingerichtet war. Nach einer Weinbergführung mit der Diessenhofer Winzerin Marlies Keller auf der Gailinger Ritterhalde und einer Besichtigung des Winkelhofes begann die Strohballenarena, bei der Gastgeber Armin Zolg, Ildikó Buchner von der Internationalen Weinregion Bodensee, Nina Wägeli vom Weingut Zum Rappen aus Buch und Hendrik Fennel vom Hotel Restaurant Maier in Friedrichshafen die Referenten waren.

Weinvermarktung ist auf Tourismus ausgerichtet

Schnell wurde klar, dass guter Wein für eine gute Vermarktung allein nicht reicht. Es braucht noch eine Geschichte oder ein Erlebnis dazu. «Was nützt das beste Produkt, wenn man es nicht an den Mann bekommt», fragte Armin Zolg. Er verkauft 90 Prozent seiner jährlichen Produktion von rund 25000 Flaschen ab Hof, auf dem die Familie eine Besenwirtschaft betreibt. Die Vermarktung in Gailingen ist voll auf dem Tourismus aufgebaut. Es gibt über sechzig Ferienwohnungen, zwei Hotels und einen Wohnmobilstellplatz am Rhein, an dem der Internationale Bodenseeradweg vorbeiführt. Bürgermeister Heinz Brennenstuhl regte zudem eine Internationale Bodenseeweinstrasse an.

«Was uns alle vereint, ist der Bodensee, da müssen wir nur die Spezialitäten herauspicken», betonte Ildikó Buchner. Nina Wägeli, die im Seebachtal zusammen mit den Eltern zweieinhalb Hektaren Reben sowie eine Pferdezucht und einen Pensionsbetrieb bewirtschaftet, sieht im Seerücken eine natürliche Barriere, wodurch der Tourismus in ihrer Heimat eine untergeordnete Rolle bekommt. Sie sieht dafür im Tagesausflugsverkehr noch viel Potenzial, das es zu nutzen gilt.

Komplexe Bestimmungen und Bezeichnungen

In der Bodensee Weinregion gibt es aber längst nicht nur Gemeinsamkeiten. Armin Zolg erklärte, dass es besonders im ländlichen Raum eine Hemmschwelle gegenüber dem deutschen Wein gibt. Zudem sind die Zollbestimmungen sehr komplex. Bei vielen Bodensee-Touristen sorgen auch die unterschiedlichen Bezeichnungen der gebietstypischen Rebsorten für Verwirrung. So sind Blauburgunder, Spätburgunder und Pinot Noir dieselben Weine. Zudem wird der Müller Thurgau in der Schweiz statt Riesling-Silvaner fälschlicherweise nur Riesling genannt, was eine ganz andere Rebsorte ist.

«Wir haben keine Probleme, wir haben Aufgaben zu bewältigen», bemerkte Hendrik Fennel. Unter den 100 Weinen, die er in seinem Restaurant im Angebot hat, sind auch jeweils zwei Weine aus Österreich und der Schweiz. Die abschliessende Weindegustation mit Michael Fuchs, dem Kellermeister der Schaffhauser Genossenschaft GVS zeigte, dass es am Bodensee genügend guten Wein gibt. Es müssen nur noch die passenden Geschichten gefunden oder erfunden werden.

Thomas Güntert

thurgau@thurgauerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.