Neue Behörde in altem Haus

FRAUENFELD. Die neugeschaffene Frauenfelder Berufsbeistandschaft erhält Büros an zentraler Lage. Der Gemeinderat genehmigt einen Umbaukredit von 640 000 Franken. Der Denkmalschutz verhindert eine bessere Ausnutzung des hochwertigen Standorts.

Thomas Wunderlin
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Im Häuschen an der Rheinstrasse 8 in Frauenfeld macht die Vormundschaftsbehörde Platz für die Berufsbeistandschaft. (Bild: Thomas Wunderlin)

Im Häuschen an der Rheinstrasse 8 in Frauenfeld macht die Vormundschaftsbehörde Platz für die Berufsbeistandschaft. (Bild: Thomas Wunderlin)

Als kleines Kind in einer Reihe von Erwachsenen – so sieht der Frauenfelder FDP-Gemeinderat Urs Herzog die Liegenschaft an der Rheinstrasse 8, in der bis Ende Jahr die Vormundschaftsbehörde untergebracht war. Demnächst werden neun Mitarbeiter der neugeschaffenen Berufsbeistandschaft darin arbeiten. Zuvor wird das vor 1868 erbaute ehemalige Wohnhaus für 640 000 Franken renoviert und umgebaut. Der Frauenfelder Gemeinderat hat den Kredit gestern abend einstimmig genehmigt. Gemeinderat Herzog, der im Namen der FDP-SVP-EDU-Fraktion sprach, hätte lieber einen Neubau an dieser zentralen Lage gesehen.

Neben dominantem Vatikan

Das neue Baugesetz strebe Nachverdichtungen mit neuen Bauten an. Das Häuschen sei das kleinste in der Reihe. Das gegen unten angebaute Haus Vatikan wirke dominant. «Eine Einpassung in die Häuserzeile wäre optisch gut möglich gewesen.» Würde die Lücke geschlossen zur Rheinstrasse 6, die ebenfalls von den Sozialen Diensten genutzt wird, müsste in beiden Häusern je ein Viertel weniger geheizt werden. Da die Denkmalpflege das Haus als wertvoll einstufe, würde aber ein Neubau laut Herzog nie bewilligt. «Leider müssen wir in den sauren Apfel beissen.» Für das relativ hohe Architektenhonorar von 16 Prozent zeigte der Bauunternehmer und Architekt Verständnis. Bei Umbauten sei der Aufwand hoch.

GP-Gemeinderat und Kommissionspräsident Jürg Joss lobte den Umbau als «sinnvoll und richtig». Es werde nicht auf Vorrat gebaut. Auf den Minergiestandard werde verzichtet, da dafür eine Gesamtrenovation der Fassade und die Wärmeerzeugung einbezogen werden müsste. «Es werden keine Luxusarbeitsplätze geschaffen», bekräftigte Christian Wälchli, Sprecher der EVP-CVP-Fraktion. Pascal Frey, SP, erwähnte die hohen Kosten für die Sicherheit, die aber in Ordnung seien. GP-Gemeinderätin Eveline Buff fragte im Namen der GP-GLP-CH, wie der Auftrag vergeben worden sei.

Den Architekten beibehalten

Der Auftrag sei dem Architekten vergeben worden, der bereits den Umbau 1998/99 geleitet habe, erklärte Stadträtin Christa Thorner. Die neue Behörde habe aktuell 300 Mandate. Familien, Betagte und Alleinstehende würden begleitet. Auch die 50 privaten Mandatsträger, die 75 Mandate betreuten, werden ein und aus gehen. Die Massnahmen bewegten sich zwischen Hilfe und Kontrolle. Zu strittigen Vorfällen könne es deshalb immer wieder kommen, «gerade kürzlich hatten wir wieder einen solchen». Die alte Heizung sei leider zu früh ausgestiegen und habe bereits ersetzt werden müssen. «Wir hätten sonst vier, fünf Monate gefroren.»

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