Neue Antworten auf alte Konflikte

Die Frauenfelder Schulen befassen sich an ihrer Bildungstagung im November mit dem Thema «Neue Autorität». Als Gastreferent tritt Psychologieprofessor Haim Omer aus Tel Aviv auf.

Stefan Hilzinger
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FRAUENFELD. «Und bist Du nicht willig, so brauch ich… Geduld.» Mit diesem abgewandelten Goethe-Zitat lässt sich das Konzept «Neue Autorität» des israelischen Psychologieprofessors Haim Omer in wenigen Worten charakterisieren. Von Omers Haltung im Umgang mit schwierigen Kindern und Jugendlichen sind Franziska Stöckli und mehrere ihrer Lehrerkollegen seit längerem angetan. Stöckli ist Klassenlehrerin der Frauenfelder Time-out-Klasse und in ihrem Alltag öfters mit schwierigen Verhältnissen konfrontiert.

So steht nun das Zitat quasi als Motto über der bevorstehenden Bildungstagung der Frauenfelder Schulen am 18. November. Für den Anlass hat die vorbereitende Arbeitsgruppe unter der Leitung von Matthias Weckemann, Schulleiter der Schulanlage Ost, den Professor aus Tel Aviv als Redner gewonnen.

Beziehung aufrechterhalten

«Es geht primär darum, schwierige Situationen nicht eskalieren zu lassen. Das erreichen wir, indem wir Präsenz zeigen», sagen Stöckli und Weckemann. Im Zentrum der Haltung steht es, die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern oder Eltern und Kindern nicht abreissen zu lassen. «Dazu gehört für uns als Erwachsene, dass wir mit einer gewissen Beharrlichkeit dranbleiben», sagt Stöckli.

Zwar bietet die Thurgauer Schulberatung Lehrern und Schulleitern seit Anfang Jahr Unterstützung bei der Umsetzung des Konzepts «Neue Autorität» an. Dennoch ist Omers Konzept bisher primär Insidern bekannt. Nun soll der Ansatz «Stärke statt Macht» auch an den Frauenfelder Schulen Fuss fassen, erhofft sich die Arbeitsgruppe. «Für Lehrer ist es doch vor allem wichtig, dass der Schulbetrieb möglichst geordnet bleibt», sagt Weckemann. Omer präsentiere keine Rezepte, dafür aber eine klare Haltung, wie im Schulalltag mit herausfordernden Situationen umgegangen werden könne.

Grosses Interesse

«Es ist ein Glücksfall, dass wir Haim Omer nach Frauenfeld holen konnten», sagt Stöckli. Das Interesse sei gross. Die Frauenfelder Lehrerschaft wurde in den Sommerferien informiert. Doch schon davor hätten sich Interessierte bei ihr gemeldet, die von dem Anlass gehört hatten.