Neubau spielt Stadtkaserne frei

285 Millionen Franken will der Bund in Frauenfeld in den Ausbau der Kaserne Auenfeld investieren. Für die erste von vier Bauetappen sollen schon im Frühling 2017 die Bagger auffahren. Nach Plan stehen zehn Jahre später alle Neubauten.

Mathias Frei
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Eine Visualisierung der Arealzufahrt des Kasernenneubaus, rechts das Kommandogebäude.

Eine Visualisierung der Arealzufahrt des Kasernenneubaus, rechts das Kommandogebäude.

FRAUENFELD. Die Rechnung ist schnell gemacht: Ist im Auenfeld die erste Ausbauetappe durch, kann der Standort Stadtkaserne aufgelöst werden. Das liest man im Bericht zum Vorprojekt des Auenfeld-Ausbaus. Die erste Etappe liegt derzeit in einem militärischen Plangenehmigungsverfahren, also einer Art unverbindlicher Anhörung, öffentlich auch. Die VBS-Immobilienverwaltung Armasuisse hat dafür Investitionen in der Höhe von 105 Millionen Franken vorgesehen. Nach Plan wird zwischen April 2017 und Dezember 2020 gebaut. Die Übergabe der ersten Ausbauetappe soll im darauffolgenden Januar erfolgen. «Voraussichtlich 2021, nach Umzug in die Kaserne Auenfeld, endet die militärische Nutzung der Stadtkaserne», sagt der Armasuisse-Mediensprecher Kaj-Gunnar Sievert.

«Riesige Chance für Stadt»

Das sei ein positives Zeichnen für Frauenfeld, sagt Stadtbaumeister Christof Helbling. Er spricht von einer «riesigen Chance, die sich uns eröffnet» und meint dabei die Auflösung des militärischen Standortes in der Innenstadt. Darüber hinaus wisse auch das Ausbauprojekt zu überzeugen, sagt Helbling.

«Der Waffenplatz Frauenfeld ist einer der wichtigsten Waffenplätze der Schweizer Armee», heisst es im Vorprojektbericht. Die Anlage solle auch in Zukunft «hauptsächlich durch den Lehrverband Führungsunterstützung» genutzt werden, sagt Armasuisse-Mediensprecher Sievert. Mit der Schliessung diverser Aussenstandorte und der Konzentration auf das Auenfeld werde der Standort Frauenfeld «gestärkt und solle langfristig militärisch genutzt werden».

Platz für tausend Personen mehr

Die in Frauenfeld vorgesehenen Investitionen von gesamthaft 285 Millionen Franken stützen die Aussagen des Armasuisse-Mediensprechers. Im Endausbau liegt die planmässige Vollbelegung bei 1700 Armee-Angehörigen. Heute haben im Auenfeld maximal 700 Personen Platz. Für die weiteren Ausbauetappen sollen die Arbeiten 2020 respektive 2022 und 2024 beginnen. 2027 soll der gesamte Ausbau abgeschlossen sein.

Das Ausbauprojekt basiert auf der bestehenden Gebäudesubstanz (erstellt in den Jahren 1983 bis 1986 sowie 1996 bis 2000), die komplett saniert wird. Dazu kommen aufgrund der anvisierten höheren Kapazität mehrere Umbauten und Neubauten. Falls der Ausbau nicht realisiert wird, müssten gemäss Vorprojektbericht 70 Prozent der vorgesehenen Mittel in die Sanierung der heutigen Standorte investiert werden. Durch den Kasernenausbau erhofft sich die Armasuisse auf eine Betriebsdauer von 35 Jahren Einsparungen über rund 140 Millionen Franken.

Verpflegung, Spital, Unterkünfte

In der ersten Etappe ist ein Ersatzneubau eines Verpflegungszentrums vorgesehen. So können in zwei Schichten je 850 Personen verpflegt werden. Zum Kochen und Essen wird in der Bauzeit eine Ausbildungshalle umgenutzt. Weiter gibt es ein neues medizinisches Zentrum für hundert Patienten, ein neues viergeschossiges Unterkunftsgebäude für 600 Personen (alle Bauten in energieoptimierter Bauweise) sowie drei neue Ausbildungs- und Einstellhallen. Zudem wird das Kommandogebäude um zwei Etagen aufgestockt, ebenfalls energieoptimiert. Auf den neuen Gebäuden sind Photovoltaikanlagen geplant. Einzelne Bauten weisen das Eco-Nachhaltigkeitslabel auf, das Baumaterialien bezeichnet, die energiearm produziert und schliesslich auch so entsorgt werden. Der produzierte Strom wird laut Armasuisse-Mediensprecher Sievert vollumfänglich für das ausgebaute Kasernenareal sowie das benachbarte Rechenzentrum (siehe Text unten) genutzt werden.

In den folgenden Bauetappen werden drei weitere Ausbildungs- und Einstellhallen gebaut. Zudem ist nebst der Bestandessanierung auch geplant, einen neuen Werkhof, Logistikgebäude und ein weitere Truppenunterkunft zu erstellen.

So sollen die neuen Unterkunftsgebäude der Kaserne Auenfeld aussehen. (Bilder: pd/Armasuisse)

So sollen die neuen Unterkunftsgebäude der Kaserne Auenfeld aussehen. (Bilder: pd/Armasuisse)

Christof Helbling Stadtbaumeister Stadt Frauenfeld (Bild: Thomas Wunderlin)

Christof Helbling Stadtbaumeister Stadt Frauenfeld (Bild: Thomas Wunderlin)

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