Netzwerk lässt Künstler aufblühen

DIESSENHOFEN. Austausch ist auch in Künstlerkreisen ein Bedürfnis. In Diessenhofen wird diesem in der Künstlergruppe in hohem Mass Rechnung getragen.

Ernst Hunkeler
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Momentaufnahme vom jüngsten Künstlertreff am Diessenhofer Lettiweiher. (Bild: Ernst Hunkeler)

Momentaufnahme vom jüngsten Künstlertreff am Diessenhofer Lettiweiher. (Bild: Ernst Hunkeler)

DIESSENHOFEN. 2008 war es, da wurde in Diessenhofen eine Künstlergruppe gegründet, die inzwischen ihresgleichen sucht: Was einst vier Leute auf Initiative des städtischen Angestellten Erich Milz ins Leben riefen, ist heute immerhin 56 Kunstschaffenden aller Sparten Heimat. Der Schauspieler ist da ebenso vertreten wie der Regisseur, der Maler wie der Bildhauer, der Musiker wie der Mosaikkünstler und der Dichter – wobei man nicht in der männlichen Form reden sollte, denn rund zwei Drittel der Zusammengeschlossenen sind weiblichen Geschlechts.

Doch trotz allem Zusammenhalt ist es, wie Erich Milz betont, kein Verein, sondern ein Netzwerk. Und weiter: «Mir händ's eifach schö mitenand.» In den Anfängen trafen sich die Mitglieder einmal im Monat entweder in einem Restaurant oder einem Atelier, vor zwei Jahren kam das ausgediente Schützenhaus als Heimat hinzu. Dieses wurde von Erich Milz (selber Maler, Bildhauer und Mosaikkünstler) in Eigenarbeit zu einem heimeligen Trefflokal umgebaut. Die Stadtmauern sind als Begrenzung des Einzugsgebiets längst gefallen: Ein Künstlerehepaar etwa kommt aus der deutschen Nachbarschaft, aus Gailingen. Wer nun glaubt, an den monatlichen Treffen werde von den Teilnehmern nur gefachsimpelt, der irrt. Kann sein, dass in einer Diskussionsgruppe auch einmal ein paar Worte über Kunst fallen, doch dann sind sie neutral und mit keinerlei Kritik an der Arbeit von Mitgliedern behaftet. Man inspiriert sich, doch man konkurrenziert sich nicht. Die ideale Atmosphäre also, in der Künstler so richtig aufblühen.