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Nahe des Kanonendonners

In der TZ von 1917

Frauenfeld ist jetzt ein grosses Heerlager. Der letzte beheizbare Winkel in der Stadt ist zum Kantonnement geworden, auf allen Plätzen sind Parks aufgefahren, auf Weg und Steg widmet man sich mit Inbrunst dem heissgeliebten Drill, und auf allen Strassen wird Taktschritt geklopft, wofür sich beinebens gesagt die Frauenfelder Strassen herrlich eignen. Es sind jetzt 5000 Soldaten in der Stadt untergebracht.

Gestern Mittag kamen die beiden Bündnerkompagnien des Schützenbataillons 7 hier an. Gleich nach dem Eintreffen des Zuges wurde das ganze Schützenbataillon auf der Kriegsrampe gesammelt zur Fahnenübergabe. Der neue Bataillonskommandant, Major Comtesse, hielt dabei die Ansprache an das Bataillon, und er sprach auch von Bruder Klaus, dem Helden des Tages. Das Schützenbataillon bleibt bis Freitagmorgen bei uns. Nachmittags zog die Guidenschwadron 7 von Wil her in Frauenfeld ein; sie wurde in Islikon einkantonniert. Abends 5 Uhr fand auf der grossen Allmend die Fahnenübergabe an das Regiment 31 statt.

Regimentskommandant Oberstl. Weber hielt vom Feldherrenhügel herab eine Ansprache an das Regiment. Zum vierten Mal rufe das Land, diesmal nicht ins Engadin, sondern an die Juragrenze. Manchem möge es schwer und hart angekommen sein, von Haus und Hof und Arbeit weg wieder dem Rufe des Vaterlandes Folge zu leisten; aber was sind die paar Monate Dienst gegen das, was die Völker der kriegsführenden Staaten jetzt leisten. Der Regimentskommandant gedachte auch des gefeierten Einsiedlers von Ranft, der den Eidgenossen Einigkeit beigebracht hat, und das markige Soldatenwort klang aus in die Aufforderung zu treuer Pflichterfüllung, auf dass das Land auch fernhin unter dem Schutze einer für alle Möglichkeiten gerüsteten Armee der Sicherheit sich freuen könne. Dann leistete eine Abteilung von neu Zugeteilten den Fahneneid.

Die Feierlichkeit fand statt, während hoch über der Allmend Schneegänsen ihre Kreise zogen. Die Truppen werden in der Nacht an die Wehrgrenze abgehen, in die Nähe des Kanonendonners. Mögen sie gute Dienste tun und alle fröhlich wiederkehren.

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