Nachschlag zur Bürgergeschichte

FRAUENFELD. Angelus Hux und Thomas Pallmann stellen ein neues Werk zur Geschichte der Frauenfelder Bürgergemeinde vor. Das Buch beleuchtet die vergangenen 25 Jahre und auch manche weniger bekannte Facette der Körperschaft.

Stefan Hilzinger
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Die Autoren Angelus Hux und Thomas Pallmann begutachten ihr neuestes Werk. (Bild: Reto Martin)

Die Autoren Angelus Hux und Thomas Pallmann begutachten ihr neuestes Werk. (Bild: Reto Martin)

Das Buch hat Bürgerpräsident Titus Moser nicht so rasch erwartet. Doch schon morgen Freitag kann die Bürgergemeinde Frauenfeld im Rathaus das neueste Werk über ihre Geschichte vorlegen. Verfasst haben das Buch Bürgerarchivar Angelus Hux und der frühere Bürgerpräsident und Stadtschreiber Thomas Pallmann. Es ist ein verfrühtes Auftragswerk, denn in den Jahren 2017 und 2019 stehen Hundertjahrfeiern an, die markante Punkte der Stadtgeschichte markieren.

1917 schlossen sich die eigenständigen Bürgergemeinden von Frauenfeld, Kurzdorf, Langdorf, Huben, Herten und Horgenbach zusammen. Zwei Jahre später folgte dann die Fusion auf politischer Ebene zur Einwohnergemeinde Frauenfeld – die bis dann an die Stadt angrenzenden Ortsgemeinden verschwanden.

Insignien für die Weibelin

Auf die Jubiläen hin haben Hux und Pallmann nun die vergangenen 25 Jahre der Geschichte der Bürgergemeinde aufgearbeitet. Auf die Frage, warum das Werk so zügig geschrieben war, antwortet der nimmermüde Angelus Hux: «Damit es Kapazität für etwas Nächstes gibt.» Das neue Werk ist laut Hux und Pallmann eine Fortsetzung der Publikation von 1991 «Die Bürgergemeinde Frauenfeld». Es sei vieles passiert seither, das es nachzutragen gebe. Beispielsweise, dass die Bürgergemeinde der Stadt zum 750-Jahr-Jubiläum 1995 einen silbernen Weibelstab samt Schild habe machen lassen. Die Insignien trägt nun Weibelin Esther Fenner, wenn sie den Stadtpräsidenten bei offiziellen Anlässen sekundiert. Dann aber galt es vor allem die jüngsten Entwicklungen in den Besitztümern der Bürgergemeinde für die Nachwelt festzuhalten. Etwa den Kauf der Liegenschaft Gambrinus 1999 oder den Bau des Schlossmühle-Stegs 2003 anlässlich der Feier «200 Jahre Kanton Thurgau». «Es ist ein reines Sachbuch», sagt Hux und enthalte daher auch keine Geschichten und Anekdoten wie etwa das Buch über das Guggenhürli.

Bei aller chronologischen Fortschreibung gibt es aber auch gänzlich frische Kapitel, so eines über das Bürgerarchiv oder eines über prominente Frauenfelder Bürger. Das Bürgerarchiv, das bis 1870 gleichzeitig Stadtarchiv war, beherbergt unter anderem 400 Originalurkunden, etwa jenes Pergament von 1294, auf dem Herzog Albrecht von Österreich den «Vrowenfelder» Bürgern erlaubt, ihre Töchter den Söhnen erbrechtlich gleichzustellen. «Das Archiv ist selbst ein Buch wert», sagt Hux.

Gut fürs Klima der Stadt

Mit gegen 900 am Ort wohnhaften Bürgern ist Frauenfeld eine der stärksten Bürgergemeinden des Thurgaus. Gross war ihr Einfluss nicht nur in der Vergangenheit, er ist es auch in der Gegenwart. «Dank der Bürgergemeinde gibt es in Frauenfeld eine Kantonsschule, eine Kaserne, ein stattliches Rathaus, leistungsfähige Holzschnitzelheizungen und manches mehr», sagt Stadtpräsident Anders Stokholm. Hinzu komme das kulturelle Engagement, das sich unter anderem in den zahlreichen Publikationen niederschlage. «Die Bürgergemeinde ist eine Lobby für den Zusammenhalt der Stadtgemeinschaft», sagt der frühere Bürgerpräsident Pallmann und Hux fügt an: «Die Bürger sind gut fürs Stadtklima.»

Buchvernissage, morgen Freitag, 19.30 Uhr im Rathaus Frauenfeld.