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NACHHALTIGKEIT: Neue Häuser aus alten bauen

Bauabfälle bergen ein grosses Potenzial. Der Kanton Thurgau will, dass das Material vermehrt für neue Bauten wiederverwertet wird. Dazu wird er künftig Vorzeigeprojekte realisieren.
Larissa Flammer
Die Eberhard Bau AG in Rümlang (ZH) betreibt das schweizweit grösste Baustoff-Recycling-Zentrum. (Bild: Patrick Huerlimann/KEY)

Die Eberhard Bau AG in Rümlang (ZH) betreibt das schweizweit grösste Baustoff-Recycling-Zentrum. (Bild: Patrick Huerlimann/KEY)

Larissa Flammer

larissa.flammer@thurgauerzeitung.ch

Wird ein Haus abgebrochen oder alter Asphalt rausgerissen, landet das Material auf Deponien – zumindest teilweise. «Ziemlich widersinnig», sagt die Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag an einer Medienkonferenz. Sie spricht von «unerschlossenen Rohstoffminen». Das Material sei eigentlich noch brauchbar und der Platz in den Deponien ohnehin knapp. Deshalb hat das Departement für Bau und Umwelt (DBU), dem Haag vorsteht, ein Konzept für den Einsatz von Recyclingmaterial im Hoch- und Tiefbau erarbeitet (siehe Kasten).

Heute verhindern Vorurteile und mangelhaftes Wissen den vermehrten Einsatz von Recyclingbaustoffen, sagt Martin Eugster. Der Leiter des kantonalen Amtes für Umwelt stand der Konzept-Projektgruppe vor. Eine der erarbeiteten Massnahmen: Ab 2019 will das DBU ein bis zwei Vorzeigeprojekte pro Jahr realisieren. Dabei soll Wissen aufgebaut werden, das der Kanton auch mit anderen – etwa Gemeinden – teilen will. «Der Neubau der PH Thurgau könnte ein solches Vorzeigeprojekt mit Recycling-Baustoffen werden», sagt Carmen Haag. Auch bei Kantonsstrassen gebe es viele Möglichkeiten.

Vorgehen ist im Kanton breit abgestützt

Die bisher wiederverwendeten mineralischen Baustoffe (ohne Asphalt) werden vor allem lose eingesetzt. Nur etwa ein Viertel wurde gebunden – also etwa als Recyclingbeton – genutzt. Da ortet Eugster deutliches Potenzial.

Die Thurgauer Kieswerke sind bereit, mineralischen Bauschutt aufzubereiten. «Uns ist wichtig, dass die Absatzkanäle für das Material so aufgebaut werden, dass wir nicht auf grossen Überschussmengen sitzen bleiben», sagt Thomas Imhof, Präsident des Verbands Thurgauer Kieswerke. Auch der Baumeisterverband, die Ingenieure und Architekten sowie das kantonale Hoch- und das Tiefbauamt tragen die Forcierung von Recyclingbaustoffen mit.

Die im Konzept definierten Massnahmen sehen auch eine Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen im Thurgau vor. Sicher angepasst wird die Richtlinie für den Einsatz von Recyclingmaterial im Flurstrassenbau. Eventuell werde es auch eine Beschränkung geben für die Menge Bauschutt, die in Deponien entsorgt werden darf. «Das werden wir zu einem späteren Zeitpunkt diskutieren», sagt Eugster. Auch in anderen Kantonen sind Aktionen zum Thema Recyclingmaterial im Gang. Für den Amtsleiter ist klar: «Wir müssen lokal etwas unternehmen.»

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