Nachgefragt

«Initiative steht quer in der Landschaft» Am kommenden Wochenende stimmen die Zürcher über die sogenannte Fairflug-Initiative ab, die eine faire und ausgewogene Verteilung des Fluglärms verlangt.

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«Initiative steht quer in der Landschaft»

Am kommenden Wochenende stimmen die Zürcher über die sogenannte Fairflug-Initiative ab, die eine faire und ausgewogene Verteilung des Fluglärms verlangt. Nach Meinung von Winfried Knapp, Präsident des Schutzverbandes Flugimmissionen Thurgau, würde sich für den Thurgau nicht viel ändern, wenn sie angenommen würde.

Herr Knapp, wie stellt sich der Flugverband zur Zürcher Fairflug-Initiative?

Der Dachverband hat sich in der Stellungnahme zurückgehalten. Die Fairflug-Initiative steht quer in der Landschaft. Wir wären froh gewesen, wenn die Initianten sie zurückgezogen hätten. Viele Anliegen sind bereits erfüllt. Es ist nicht sinnvoll, jetzt Änderungen zu verlangen.

Aber fordert die Fairflug-Initiative nicht genau das, was die Thurgauer Regierung seit langem verlangt: dass nämlich der Lärm gleichmässig verteilt wird?

Das stimmt schon. Aber mit der Initiative würde es im Thurgau nicht wesentlich besser. Man kann Ja sagen, aber es bringt nicht viel. Denn auch der Text, über den abgestimmt wird, ist nicht sehr griffig formuliert.

Der Initiative werden keine grossen Chancen an der Urne eingeräumt. Teilen Sie diese Einschätzung?

Ja, sie hat keine Chance. Von den Schutzverbänden jedenfalls hat sich niemand gross für Fairflug engagiert.

Und selbst wenn sie vom Zürcher Stimmvolk angenommen werden sollte, ist nicht sicher, dass die Initiative tatsächlich umgesetzt wird. Der Zürcher Regierungsrat jedenfalls rechnet nicht damit, dass der Bund Hand bieten würde.

Ja, das kommt dazu. Wir versprechen uns viel mehr von der nächsten Initiative, die im Juni oder September 2010 im Kanton Zürich zur Abstimmung kommen wird.

Der Dachverband, bei dem wir als Schutzverband Mitglied sind, hat beschlossen, seine Ressourcen für die Behörden-Initiative 2 einzusetzen.

Worum geht es?

Die Verlängerung der Pisten auf dem Flughafen Zürich soll gestoppt werden. Wenn die Piste 28 ausgebaut würde, gäbe es eine klare Ost-West-Ausrichtung des Flugbetriebes. Die meisten Anflüge würden dann vom Osten her erfolgen. Für uns im Kanton Thurgau wäre das die schlechteste aller möglichen Varianten. (mso)

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