Nachgefragt

«Die Landschaft bewahren» 21 ländliche Gemeinden haben sich in der IG Dörfer und Weiler im Thurgau zusammengeschlossen. Letzte Woche verabschiedeten sie zwei Papiere mit ihren Anliegen: Sie fürchten um die Nahversorgung, denn der neue Richtplan schränke ihr Wachstum ein.

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Jakob Stark Regierungspräsident (Bild: Quelle)

Jakob Stark Regierungspräsident (Bild: Quelle)

«Die Landschaft bewahren»

21 ländliche Gemeinden haben sich in der IG Dörfer und Weiler im Thurgau zusammengeschlossen. Letzte Woche verabschiedeten sie zwei Papiere mit ihren Anliegen: Sie fürchten um die Nahversorgung, denn der neue Richtplan schränke ihr Wachstum ein. Der Wert der Umgebung müsse anerkannt, eventuell entschädigt werden wie die Zentrumsfunktion der Städte. Beim Departement von Baudirektor Jakob Stark würden ihre Anliegen zu wenig berücksichtigt.

Herr Stark, hat die Umgebung einen Wert?

Die Umgebung, die Landschaft, hat einen hohen Wert. Deshalb ist auch im Richtplan festgehalten, dass die Entwicklung auf die Zentren fokussiert werden soll.

Die kleinen Gemeinden, die sich in der IG Weiler und Dörfer zusammengetan haben, glauben, dieser Wert sei zu wenig anerkannt. Sie fühlen sich vom Kanton übergangen.

So ist das wohl übertrieben. Der Richtplan gibt eine Stossrichtung vor. Für die ländlichen Gemeinden heisst das zurückhaltende Entwicklung – aber immer noch eine Entwicklung.

Gerade der Richtplan schränke sie aber zu stark ein, befürchten sie.

Diese Diskussion ist noch theoretisch. Wenn die Gemeinden ihre Ortspläne revidieren, wird man sehen, wie weit sie sich noch entwickeln können. Der Richtplan bietet eine differenzierte Antwort auf die Anliegen der Landgemeinden. So sind auch im ländlichen Raum Zentren vorgesehen.

Was halten Sie von der Idee der IG, dass die Umgebungsfunktionen ähnlich wie Zentrumsfunktionen kompensiert würden?

Das ist eine interessante Idee. Es wäre sicher prüfenswert, ob man Gemeinden dafür entschädigen soll, dass sie sich richtplankonform verhalten – sich also bei der Entwicklung zurückhalten.

Einerseits fordern die kleinen Gemeinden weniger Einschränkungen, andererseits wollen sie für die Umgebungsfunktionen entlohnt werden. Geht beides?

Den ländlichen Gemeinden geht es darum, ihre Aufgaben zu erfüllen. Die Finanzen dafür müssen irgendwoher kommen, was entweder Entwicklung oder Entschädigung bedeutet. Ich glaube, dass die kleinen Gemeinden grundsätzlich ländlich bleiben wollen. Einig ist man sich wohl allgemein darüber, dass der Kanton Thurgau seine Landschaft bewahren und nicht der Zersiedelung preisgeben soll. Die konkrete Umsetzung ist dann allerdings etwas schwieriger. (ken)

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