Nach 42 Jahren sagt er Adieu

Der Abschied fiel ihm nicht leicht: Am Samstagabend dirigierte Josef Meienhofer zum letzten Mal die Musikgesellschaft Tägerschen-Tobel.

Christoph Heer
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Konzentriert: Ein letztes Mal dirigierte Josef Meienhofer die Musikgesellschaft Tägerschen-Tobel. (Bild: Christoph Heer)

Konzentriert: Ein letztes Mal dirigierte Josef Meienhofer die Musikgesellschaft Tägerschen-Tobel. (Bild: Christoph Heer)

TOBEL. Der Höhepunkt der Musikgesellschaft Tägerschen-Tobel ist stets der Unterhaltungsabend im Herbst. Seit Jahren kann der Verein auf ein zahlreich erscheinendes Publikum zählen. Ausverkauft war auch am Samstagabend. 360 Besucher füllten die Primarschulturnhalle in Tobel bis auf den letzten Platz. In froher Erwartung war man auf den letzten Auftritt des Ehrendirigenten Josef «Sepp» Meienhofer. Natürlich war er Gesprächsthema Nummer eins im Saal. «Das ist doch unvorstellbar, dass heutzutage noch einer die Ausdauer hat, über 40 Jahre lang in einem Verein aktiv zu sein», tönte es beispielsweise.

Der Dienstälteste tritt ab

Über 42 Jahre lang hat Sepp Meienhofer den Verein durch Höhen und Tiefen geführt. So galt er als dienstältester Dirigent im Thurgau, worauf der Verein äusserst stolz war. An diesem 42. Konzertabend bewies das Dirigentenurgestein noch einmal, wie man das Beste aus seinen Musikanten holt. «Etwa Dreiviertel der aktuellen Musiker sind durch meine Ausbildungsschule gegangen. So baut man natürlich ein sehr enges Verhältnis auf. Trotzdem, ich hatte mir gedacht, dass mir mein Abschied schwerer fallen würde», sagte Sepp Meienhofer.

Er erklärte, dass es nun an der Zeit sei, den Dirigentenstab weiterzugeben. «Im letzten Jahr wurde mir bewusst, dass mein Abschied kommt. Die Zeit mit meiner Frau, meinen Freunden und auch einmal ein paar Stunden für mich selbst, die fehlten mir. Und bevor mir das Ganze über den Kopf wächst, möchte ich kürzer zu treten.» Die Verabschiedungsrede hielt Gemeindeammann Roland Kuttruff. «Ein Orchester hat keinen Klang, diesen macht der Dirigent oder «ein guter Dirigent, der heisst schlicht und einfach Josef Meienhofer.» Mit solch ausdrucksstarken Sätzen beschrieb er den Sympathieträger.

Eine neue Gemeindefahne

Weiter betonte Kuttruff, dass es einem noch gar nicht richtig bewusst sei, dass Meienhofer nicht mehr mit dabei ist. «Du wirst uns fehlen, denn du hast viel Gutes für unsere Gemeinde geleistet.» Als Geschenk wird Sepp Meienhofer bald eine neue Gemeindefahne in Empfang nehmen dürfen.